In der Schweriner Marienplatz-Galerie wollen Freiwillige 80 Stunden ununterbrochen Herzdruckmassage leisten und damit einen neuen Weltrekord aufstellen. Die Aktion von Nofias und Deutschem Roten Kreuz soll zeigen, wie einfach Wiederbelebung ist – und wie dringend beherztes Eingreifen im Notfall gebraucht wird.
Herzdruckmassage im Weltrekord: 80 Stunden Reanimation gegen den plötzlichen Herztod
Rekordversuch soll auf plötzlichen Herztod aufmerksam machen
Zahlreiche Freiwillige beteiligen sich in Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern an einem Weltrekordversuch in Herzdruckmassage. 80 Stunden lang soll in der Marienplatz-Galerie ohne Unterbrechung an einer Übungspuppe die Rettungsmaßnahme ausgeübt werden. «Alle vier Minuten fällt in Deutschland ein Mensch mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand um», erklärte Notarzt Frederik Schlichting. Das seien mehr als 200 Tote pro Tag.
Mit der Rekordaktion will der Verein Notfallversorgung im ambulanten Sektor (Nofias) gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz auf die Gefahr eines plötzlichen Herztods aufmerksam machen. Erst im August war in Nordrhein-Westfalen ein Rekord von 72 Stunden durchgängiger Reanimation aufgestellt worden.
Prüfen, Rufen, Drücken: Laienreanimation als Lebensretter
«Insbesondere in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern, in dem die Wege auch für den Rettungsdienst weit sein können, kommt es auf das beherzte Eingreifen von Umstehenden an», mahnte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD), die sich ebenfalls an der Aktion beteiligte. Auch Schwerins Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) legte Hand an.
Jeder, der Lust habe, könne in den nächsten Tagen an dem Rekordversuch teilnehmen und dabei lernen, «dass man den Mut haben kann, stehenzubleiben und zu helfen», sagte Schlichting.
«Wiederbeleben ist kinderleicht. Es besteht eigentlich nur aus Prüfen, Rufen, Drücken. Das Wichtige ist, dass man etwas tut.»
Einfache Leitformel für den Notfall
Wer in einer Notlage helfen will, kann sich diese Leitformel ins Gedächtnis rufen: Prüfen: keine Reaktion? Keine oder keine normale Atmung? Rufen: den Notruf 112 wählen. Drücken: Herzdruckmassage. Das Rote Kreuz erläutert: «Fest und schnell fünf bis sechs Zentimeter tief in der Mitte des Brustkorbs 100- bis 120-mal pro Minute drücken. Nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.»
Fazit
Der Schweriner Rekordversuch rückt eine für die hausärztliche und notfallmedizinische Praxis zentrale Botschaft in den Fokus: Laienreanimation entscheidet über Überlebenschancen beim plötzlichen Herztod. Fachärztinnen und Fachärzte können durch aktive Aufklärung ihrer Patientinnen und Patienten die niedrige Ersthelferquote in Deutschland nachhaltig verbessern helfen.