Zwei Zyklen Blinatumomab zusätzlich zur Standard-Chemotherapie verbessern das krankheitsfreie Überleben (DFS) von Kindern mit B-Vorläuferzellen akuter lymphatischer Leukämie (B-ALL) und Standardrisiko, die Merkmale für ein erhöhtes Rezidivrisiko aufweisen.
B-ALL: Neuer Standard für Kinder mit erhöhtem Rezidivrisiko
Wie Prof. Dr. Rachel E. Rau vom Seattle Children’s Hospital in Seattle anlässlich des ASH Annual Meetings 2024 berichtete, weisen Kinder mit B-ALL nach 3 Jahren ein um 61% verringertes Sterbe- oder Rückfallrisiko auf, wenn sie Blinatumomab zusätzlich zu einer Standardchemotherapie erhalten hatten [1]. Die Rekrutierung zu der Studie der Children’s Oncology Group war vorzeitig gestoppt worden, weil eine geplante Zwischenanalyse einen deutlichen Unterscheid der Wirksamkeit zwischen den Studienarmen gezeigt hatte.
Die teilnehmenden Kinder zwischen 1 und 10 Jahren litten an einer B-ALL mit Standardrisiko nach den Kriterien des National Cancer Institutes (NCI). Alle erhielten zunächst eine Standardinduktion mit drei Chemotherapeutika. Diejenigen mit bekanntem, sehr günstigem Risikoprofil wurden nicht randomisiert und erhielten weiter die Standardchemotherapie. Diejenigen mit intermediärem oder hohem Rezidivrisiko, beispielsweise aufgrund einer minimalen Resterkrankung unter und nach der Induktion oder anderen Risikofaktoren, wurden randomisiert. Die eine Hälfte erhielt zusätzlich zur Standardchemotherapie zwei einmonatige Zyklen Blinatumomab (15 mg/m²/Tag an 28 Tagen als kontinuierliche i.v.-Infusion), einmal nach Ende der Standardkonsolidierung und einmal nach dem ersten Erhaltungstherapiezyklus. Die andere Hälfte erhielt nur die Standardchemotherapie.
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