SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten gelten als nierenprotektive Säulen der Typ-2-Diabetes-Therapie. Der renoprotektive Effekt scheint jedoch an das Vorliegen einer Albuminurie gebunden zu sein. Bei normoalbuminurischen Patienten blieb der Nutzen im Rahmen einer sogenannten Target-Trial-Emuliation aus. Und Achtung: Sulfonylharnstoffe waren bei dieser Patientengruppe sogar mit einem beschleunigten Nierenfunktionsverlust assoziiert.
Renale Effekte von SGLT2-Hemmern und GLP-1-Rezeptoragonisten vor allem bei Albuminurie
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Typ-2-Diabetes ist weltweit die häufigste Ursache einer chronischen Nierenerkrankung. Die Prävention eines fortschreitenden Nierenfunktionsverlusts gehört daher zu den zentralen Zielen der Diabetestherapie. Sowohl Inhbitoren des Natrium-Glukose-Cotransporters 2 (SGLT2) als auch Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) das Risiko einer Progression der chronischen Nierenerkrankung gegenüber Placebo signifikant senken. Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren (DPP-4-Inhibitoren) zeigten dagegen in randomisierten Studien keinen Einfluss auf die renale Prognose.
Auffällig war jedoch, dass die renoprotektiven Effekte von SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten in den Zulassungsstudien vor allem bei Personen mit stärker ausgeprägter Albuminurie beobachtet wurden. Ob Menschen ohne Albuminurie in vergleichbarem Maß profitieren, war bislang unklar – ein randomisierter Vergleich in dieser Subgruppe wäre kaum realisierbar.
Target-Trial-Emulation mit über 75.000 Patienten
Um diese Lücke zu schließen, emulierte eine internationale Forschungsgruppe um Alexander Turchin, Boston (Massachusetts; USA), ein randomisiertes Studiendesign – methodisch als Target-Trial-Emulation bezeichnet. Grundlage war die multizentrische BESTMED-Kohorte mit Behandlungsdaten von Menschen mit Typ-2-Diabetes aus dem realen Versorgungsalltag.
Target-Trial Emulation (TTE) bezeichnet einen methodischen Ansatz, bei dem Beobachtungsdaten so ausgewertet werden, als würde man eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) nachbilden. In der Bewertung der Evidenz liegt sie in der Regel unter einer randomisierten kontrollierten Studie, liefert aber oft belastbarere Ergebnisse als eine klassische retrospektive Beobachtungsanalyse.
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