Startseite Alle Beiträge Innere Medizin Ovarialkarzinom: Kurzzeitfasten verdreifacht Chemo-Ansprechen
Fasten gegen Chemoresistenz

Ovarialkarzinom: Kurzzeitfasten verdreifacht Chemo-Ansprechen

|von Stephanie Schikora

Kurzzeitfasten und Ovarialkarzinom: Beim fortgeschrittenen, high-grade serösen Ovarialkarzinom (HGSOC) gilt Insulin als möglicher Treiber von Tumorprogression und Chemoresistenz. Kurzzeitfasten (short-term fasting, STF) könnte über eine Suppression insulingetriebener Survival-Signale die Wirksamkeit zytotoxischer Therapien steigern – belastbare klinische Daten fehlten dazu bislang. Eine jetzt auf dem Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellte Pilotstudie aus Rom liefert nun erstmals einen klaren Hinweis: Fasten wirkt.

Mehrere weiße Tassen mit klarer, gelblicher Gemüsebrühe
Ein wenig Brühe war erlaubt: Kurzzeitfasten vor und nach neoadjuvanter Chemotherapie verbesserte beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom das pathologische Ansprechen und das progressionsfreie Überleben. (© D. Sonntag/Thieme)

Insulin gilt als möglicher Treiber von Tumorprogression und Chemoresistenz – Kurzzeitfasten (short-term fasting, STF) könnte über eine Suppression insulingetriebener Survival-Signale die Wirksamkeit zytotoxischer Therapien steigern. Beim fortgeschrittenen, high-grade serösen Ovarialkarzinom (HGSOC) fehlten dazu bislang belastbare klinische Daten. Eine am Policlinico Gemelli in Rom durchgeführte prospektive Pilotstudie hat diese Lücke nun adressiert.

60 Stunden Nahrungsverzicht: So lief das Fastenprotokoll

In die Studie eingeschlossen wurden 36 Patientinnen (Durchschnittsalter 62 Jahre) mit HGSOC im Stadium III oder IV, die eine neoadjuvante Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel erhielten. Voraussetzung für die Aufnahme in die Studie war ein Body-Mass-Index ≥ 19 kg/m². Ausgeschlossen wurden Frauen mit Diabetes mellitus, Nahrungsmittelallergien oder Essstörungen.

Die Hälfte der Studienteilnehmerinnen fastete 36 Stunden vor bis 24 Stunden nach jedem Chemotherapiezyklus (STF-Gruppe). In diesem Zeitraum durften sie maximal 350 kcal/Tag zu sich nehmen. Erlaubt waren Wasser, Kräutertee, bis zu 2 Liter Gemüsesaft und leichte Gemüsebrühe. Die Frauen der Kongrollgruppe mussten sich keiner Ernährungsrestiktion unterziehen (freier Ernährung, free diet, FD). Primärer Endpunkt war die Insulinreduktion nach 3 Zyklen der neoadjuvanaten Chemotherapie.

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