Mehr als die Hälfte aller Suizidtoten in Deutschland ist 60 Jahre oder älter, doch Todeswünsche älterer Menschen werden im Versorgungsalltag noch zu häufig als nachvollziehbare Reaktion auf Krankheit oder Verlust eingeordnet. Die Arbeitsgruppe Suizidforschung der Universitätsmedizin Frankfurt benennt zum Welttag der Suizidprävention, was geriatrische, hausärztliche und pflegerische Teams jetzt brauchen. Die Botschaft ist klar: Nachfragen rettet Leben.
Todeswünsche im Alter werden zu oft erklärt statt abgeklärt
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„In meinem Alter ist das doch verständlich.“ „Nach allem, was sie erlebt hat, kann man das nachvollziehen.“ „Er hat ja auch nur noch Schmerzen.“ Solche Sätze sind gut gemeint und bergen zugleich ein erhebliches Risiko: Todeswünsche älterer Menschen werden eingeordnet, bevor überhaupt genauer nach ihnen gefragt wurde. Genau darin sieht die Arbeitsgruppe Suizidforschung der Universitätsmedizin Frankfurt einen der folgenreichsten blinden Flecken in der Versorgung.
Mehr als die Hälfte aller Suizidtoten ist 60 Jahre oder älter
2024 starben in Deutschland 10.372 Menschen durch Suizid. Mehr als die Hälfte von ihnen war 60 Jahre oder älter – das sind 5.953 Menschen. Fast jeder zweite Suizidtote hatte das 65. Lebensjahr bereits überschritten. Allein in dieser Altersgruppe gab es 4.952 Suizide, davon 3.341 bei Männern.
Diese Zahlen lassen sich auf 2 Arten lesen. Zum einen zeigen sie, wie viele Menschen einer Altersgruppe absolut betrachtet durch Suizid sterben. Zum anderen lässt sich fragen, wie hoch das Risiko im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße ist – das ist die sogenannte Suizidrate. Beide Blickwinkel sind wichtig: Wer nur eine Perspektive einnimmt, sieht das Bild nicht vollständig.
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