Pflanzliche Ernährung, mehr Bewegung und gezieltes Stressmanagement: Eine niederländische Studie zeigt, dass eine multidisziplinäre Lebensstilintervention bei rheumatoider Arthritis und metabolischem Syndrom-assoziierter Arthrose auch nach zwei Jahren noch wirkt – und den Medikamentenbedarf senken kann.
Plants for Joints: Eine Lebensstilintervention verbessert rheumatische Erkrankungen langfristig | Study Snacks – Rheumatologie #053
Study Snacks – Rheumatologie7 Episoden
Trotz leitliniengerechter Therapie leiden viele Patient*innen mit rheumatoider Arthritis (RA) oder einer mit einem metabolischen Syndrom assoziierten Hüft- oder Kniearthrose weiterhin unter Schmerzen, Steifigkeit und eingeschränkter Funktion. Welchen Beitrag kann hier ein konsequent veränderter Lebensstil leisten? Genau dieser Frage geht die randomisierte kontrollierte Studie „Plants for Joints“ der Reade-Klinik in Amsterdam nach. Untersucht wurde eine 16-wöchige multidisziplinäre Intervention aus vollwertiger pflanzlicher Ernährung ohne Kalorienrestriktion, gesteigerter körperlicher Aktivität sowie strukturiertem Schlaf- und Stressmanagement.
Bereits nach 4 Monaten zeigten sich deutliche Effekte – sowohl auf Krankheitsaktivität und Schmerzempfinden als auch auf metabolische Parameter wie Gewicht, Fettmasse, HbA1c und LDL-Cholesterin. Doch wie nachhaltig sind diese Erfolge wirklich? Im aktuellen 2-Jahres-Follow-up, veröffentlicht im April 2025 in Arthritis Care & Research, gingen die Forschenden um Wagenaar et al. dieser Frage nach – mit bemerkenswerten Ergebnissen für DAS28, WOMAC und den Medikamentenverbrauch in beiden Patientengruppen.
In unserem aktuellen Study Snack erfahren Sie in rund 5 Minuten, wie die Intervention konkret aufgebaut war, welche Endpunkte erhoben wurden und was die Langzeitdaten für die rheumatologische Praxis bedeuten.
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Episoden-Skript
Study Snacks – Relevante Studien, kurz zusammengefasst.
Thema: Plants for Joints: Eine Lebensstilintervention verbessert rheumatische Erkrankungen langfristig
Die Originalstudie zu dieser Zusammenfassung wurde im April 2025 im Magazin „Arthritis care & research“ veröffentlicht.
Viele Patienten mit rheumatoider Arthritis oder metabolischem Syndrom-assoziierter Arthrose leiden trotz leitliniengerechter Therapie unter anhaltenden Beschwerden. Die randomisierte kontrollierte Studie „Plants for Joints“ untersuchte bereits eine multidisziplinäre Lebensstilintervention bei Menschen mit leichter bis mittelschwerer rheumatoider Arthritis oder metabolischem Syndrom-assoziierter Hüft- oder Kniearthrose. Im Mittelpunkt standen eine vollwertige pflanzliche Ernährung, körperliche Aktivität und Stressbewältigung. Vor der Studie bestand bei vielen Betroffenen eine anhaltende Krankheitsaktivität oder deutliche Beschwerden trotz üblicher Behandlung.
Vier Monate nach Beginn der Lebensstilintervention zeigte sich bereits eine deutliche Verbesserung. Patienten mit rheumatoider Arthritis reduzierten ihre Krankheitsaktivität signifikant, Patienten mit Arthrose berichteten über weniger Schmerzen und Steifheit sowie eine bessere körperliche Funktion. Beide Gruppen profitierten zudem metabolisch. Gewicht, Fettmasse, HbA1c und LDL-Cholesterin verbesserten sich. Diese Effekte hielten über den Nachbeobachtungszeitraum der Studie über 1 Jahr hinweg an.
Da Verbesserungen nach Lebensstilinterventionen nicht selbstverständlich langfristig bestehen, schlossen die Forscher aus den Niederlanden ein weiteres Jahr Nachbeobachtung an. Ziel war es, 2 Jahre nach Interventionsbeginn die Krankheitsaktivität, die metabolische Gesundheit und den Medikamentenverbrauch zu bewerten. Die Forscher kamen zu dem Resultat, dass die Verbesserungen durch die Plants-for-Joints-Interventionsempfehlungen weitgehend erhalten geblieben sind.
Die Forscher führten Plants for Joints als randomisierte kontrollierte Studie durch. Zwischen 2019 und 2021 untersuchten die Forscher der Reade-Klinik in Amsterdam die Wirkung der multidisziplinären 16-wöchigen Lebensstilintervention. Die Forscher schlossen Patienten ab 18 Jahren in die Studie ein, die entweder an einer rheumatoiden Arthritis gemäß ACR/EULAR-Kriterien mit niedriger bis mittlerer Krankheitsaktivität litten oder eine Hüft- oder Kniearthrose mit gleichzeitigem metabolischem Syndrom aufwiesen.
Die Intervention kombinierte 3 Komponenten: eine vollwertige pflanzliche Ernährung ohne Kalorienrestriktion, gesteigerte körperliche Aktivität sowie strukturiertes Schlaf- und Stressmanagement. Die Patienten erhielten individuelle Beratungen, Schulungen und eine praktische Anleitung.
Nach der Interventionsphase folgte eine Beobachtungsperiode über 24 Monate. Messpunkte lagen bei 6, 12, 18 und 24 Monaten. Zur Unterstützung stellten die Forscher den Patienten Newsletter und optionale Webinare zur Verfügung.
Als primärer Endpunkt stand bei den Patienten mit rheumatoider Arthritis die Veränderung der Krankheitsaktivität in 28 Gelenken, ausgedrückt als DAS28, im Mittelpunkt, bei den Patienten mit Arthrose Schmerzen, Steifigkeit und das Maß funktioneller Beeinträchtigungen, die per WOMAC erhoben werden.
In der Gruppe der Patienten mit rheumatoider Arthritis schlossen etwa zwei Drittel der Patienten das Follow-Up ab. Die Krankheitsaktivität DAS28 blieb auch nach 2 Jahren niedriger als zu Interventionsbeginn. Diese Verbesserung hielt über die gesamte Verlängerungsphase an. Knapp die Hälfte der RA-Patienten konnten ihre Medikamentendosis reduzieren oder setzten die Präparate gar ab. Bei einem Drittel der Patienten zeigte sich eine Verbesserung der Krankheitsaktivität trotz stabiler oder reduzierter Medikation.
In der Gruppe der Patienten mit Arthrose beendeten ebenfalls etwa zwei Drittel der Patienten das 2-jährige Follow-up. Der WOMAC-Gesamtwert blieb gegenüber dem Ausgangswert zu Studienbeginn signifikant verbessert. Schmerzen, Steifigkeit und Funktionsfähigkeit zeigten somit anhaltende positive Veränderungen. Über die Hälfte der Betroffenen reduzierte Schmerzmittel oder setzte sie ab.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Kombination aus pflanzenbasierter Ernährung, Bewegung und Stressreduktion nicht nur kurzfristig wirksam ist. Sie kann den Verlauf chronischer Erkrankungen langfristig positiv beeinflussen, bei gleichzeitig sinkendem Medikamentenbedarf. Die Forscher ordnen die Plants for Joints-Intervention daher als sinnvolle Ergänzung zur Standardtherapie ein.
„Study Snacks“ sind eine Produktion der Georg Thieme Verlag KG.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Diese Podcast-Beschreibung wurde mit Unterstützung einer KI erstellt und nach sorgfältiger redaktioneller Prüfung veröffentlicht.
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