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Schmerzfrei per Katheter?

Genikulararterienembolisation bei Kniearthrose: Hoffnungsträger oder überschätztes Verfahren?

|von Redaktion Thieme Praxis

Die Genikulararterienembolisation (GAE) gilt als vielversprechender minimalinvasiver Ansatz zur Behandlung von Kniearthrose. Eine aktuelle Metaanalyse berichtet über deutliche und anhaltende Verbesserungen von Schmerzen und Gelenkfunktion über einen Zeitraum von 12 Monaten. Gleichzeitig liefern hochwertige Sham-kontrollierte Studien bislang keinen eindeutigen Nachweis eines Zusatznutzens. Offen bleiben auch Fragen zur Patientenselektion und zur Einordnung des Verfahrens im Behandlungspfad.

Person in dunkler Sportbekleidung mit schmerzhaft markiertem Kniegelenk; das Knie wird durch eine medizinische Grafik mit hervorgehobenen Knochenstrukturen und roter Leuchtmarkierung dargestellt.
Die Genikulararterienembolisation soll arthrosebedingte Knieschmerzen durch den gezielten Verschluss entzündungsfördernder Gefäße lindern. Ob das Verfahren gegenüber einer Scheinbehandlung einen zusätzlichen Nutzen bietet, ist derzeit noch nicht eindeutig belegt. (© ©ipopba/stock.adobe.com)

Ein minimalinvasiver Kathetereingriff soll Schmerzen bei Kniearthrose lindern. Eine aktuelle Metaanalyse von überwiegend unkontrollierten Studien zeigt nach der Behandlung deutliche, über 12 Monate anhaltende Verbesserungen bei Schmerzen und Funktion [1]. Doch methodisch aussagekräftigere Studien mit Scheinbehandlung konnten bislang keinen eindeutigen zusätzlichen Nutzen belegen [2, 3, 4]. Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. spricht sich deshalb für eine sorgfältige Einordnung der sogenannten Genikulararterienembolisation (GAE) aus.

„Wir begrüßen neue, weniger invasive Möglichkeiten, Arthrosebeschwerden zu behandeln und sollten sie offen prüfen. Entscheidend ist aber, ob sich ihr Nutzen auch im direkten Vergleich mit einer Kontrollbehandlung bestätigt und für welche Patientinnen und Patienten sie tatsächlich geeignet sind.“

— Prof. Dr. Georgi Wassilew, Greifswald – Generalsekretär der AE

Große Auswertung zeigt deutliche Verbesserungen nach GAE

Anlass für die Einordnung ist eine im August 2026 in der Fachzeitschrift Skeletal Radiology veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse [1]. Alves und Kollegen werteten 18 Studien mit insgesamt 534 Patienten mit Kniearthrose aus. Die Metaanalyse umfasst überwiegend unkontrollierte Studien, in denen die Beschwerden vor und nach der Behandlung verglichen wurden. In den untersuchten Studien gingen Schmerzen nach einer Genikulararterienembolisation zurück und die Gelenkfunktion verbesserte sich [1].

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