RAS-Inhibitoren und eGFR-Abfall: Eine kanadische Kohortenanalyse mit 4233 Patienten zeigt, dass das Absetzen von ACE-Hemmern oder Sartanen nach einem akuten Nierenfunktionsverlust das Risiko für terminales Nierenversagen um 74 % und die Mortalität um 23 % erhöht – selbst bei einem eGFR-Einbruch von mehr als 30 %.
RAS-Inhibitoren bei CKD: eGFR-Abfall ist kein Grund zum Absetzen
Hemmstoffe des Angiotensin-Converting-Enzymes (ACE-Hemmer) und des Angiotensin-Rezeptors (ARB) – also Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Systems (RASI) – gehören zu den wichtigsten Medikamenten, um das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) zu verlangsamen. Trotz dieser gut belegten Datenlage bleibt der klinische Alltag ein Balanceakt: Bei 15–20 % der Behandelten kommt es kurz nach Therapiestart zu einem akuten Rückgang der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR).
Aktuelle Leitlinien zufolge ist ein Anstieg des Serumkreatinins um bis zu 30 % tolerabel, dennoch werden RAS-Inhibitoren in der Praxis nicht selten bereits bei kleineren eGFR-Einbrüchen abgesetzt. Ob dies tatsächlich vor Schaden bewahrt, diese Frage adressierte das Team um Dr. Elaine Ku, San Francisco (Kalifornien; USA).
Retrospektive Kohortenanalyse aus Manitoba
Für die Analyse nutzte das Autorenteam Routinedaten aus der kanadischen Provinz Manitoba – gesammelt zwischen 2008 und 2021. Eingeschlossen wurden Erwachsene, die erstmals einen RAS-Inhibitor erhalten hatten und bei denen sich die Nierenfunktion in den ersten 90 Tagen um mehr als 15 % verschlechterte.
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