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Weniger absetzen, mehr steuern

Rheuma und Schwangerschaft – sichere Optionen auch bei Hochrisikoverläufen

|von Stephanie Schikora

Eine sichere Schwangerschaft ist heute für die meisten Patientinnen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung möglich, wenn Therapie und interdisziplinäre Betreuung frühzeitig abgestimmt sind. Neue Daten zu Hochrisiko-APS und kongenitalem AV-Block eröffnen weitere Perspektiven – doch Widersprüche zwischen Beipackzetteln und Leitlinien führen weiterhin zu unnötigen, zum Teil sogar gefährlichen Therapieabbrüchen.

Schwangere Rheumapatientin hält einen Tablettenblister vor den Bauch
Eine gut kontrollierte Grunderkrankung ist entscheidend für einen sicheren Verlauf – ein unbegründetes Absetzen von Medikamenten kann Mutter und Kind gefährden. (© PeJo/stock.adobe.com)

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Rund 1,8 Millionen Erwachsene in Deutschland leben mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung, viele davon in einer Lebensphase, in der Familienplanung und Elternschaft eine zentrale Rolle spielen [1]. Für die meisten Patientinnen ist eine sichere Schwangerschaft heute möglich, so Dr. Isabell Haase, Hamburg, im Vorfeld des 54. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh): Der oft naheliegende Impuls, alle Medikamente abzusetzen, sei riskant – denn eine aktive Erkrankung gefährde Mutter und Kind ebenso wie eine ungeeignete Therapie.

„Eine gut kontrollierte Erkrankung ist das Beste, was man auch für die Schwangerschaft tun kann.“

Dr. Isabell Haase, Hamburg

Rheuma und Schwangerschaft: Was gilt es zu bachten?

Eine sichere Schwangerschaft ist heute auch für Patientinnen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung mölgich. Das ist für eine sichere Versrogung Ihrer Patientinnen notwendig:

Planung vor der Konzeption entscheidet über den Verlauf

Haase plädierte daher dafür, rheumatische Patientinnen präkonzeptionell zu beraten, die Medikation zu prüfen, individuelle Risiken frühzeitig zu identifizieren und wo nötig und möglich zu modifizieren – genau wie es die European League Against Rheumatism (EULAR) empfiehlt [2]. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild: Patientinnen kommen erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft in die rheumatologische Betreuung, haben die Medikation bereits eigenmächtig abgesetzt und erleiden infolgedessen einen Krankheitsschub – eine Konstellation, die sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind mit erhöhten Risiken verbunden ist.

Dabei wäre genau das vermeidbar: Denn wenn Krankheitskontrolle und Therapiewahl im Rahmen einer Zusammenarbeit von Rheumatologie und Geburtshilfe frühzeitig aufeinander abgestimmt sind, lässt sich das Risiko für Mutter und Kind deutlich reduzieren. Dass dies zunehmend gelingt, ist auch der gewachsenen Evidenzlage zu verdanken – auch bei besonders gefährdeten Schwangerschaften und Hochrisikokonstellationen.

Übrigens: Auch bei Männern mit Kinderwunsch sollte vor einem Therapieabbruch eine fachärztliche Beratung erfolgen – die EULAR-Empfehlungen listen eine Reihe von Substanzen auf, die auch unter diesem Aspekt als kompatibel eingestuft werden [2].

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