Startseite Alle Beiträge Innere Medizin Hochbetagte mit Vorhofflimmern profitieren nicht von jedem Blutverdünner
Schlaganfall verhindern oder Blutungen riskieren?

Hochbetagte mit Vorhofflimmern profitieren nicht von jedem Blutverdünner

|von Stephanie Schikora

Pflegeheimbewohner mit Vorhofflimmern gehören zu den Patienten mit dem höchsten Schlaganfallrisiko, erhalten jedoch oft keine Antikoagulation aus Sorge vor Blutungen und Stürzen. Eine US-Kohortenstudie zeigt klare Unterschiede zwischen Apixaban, Rivaroxaban und Warfarin: Alle untersuchten Antikoagulanzien senken das Schlaganfallrisiko, doch nur Apixaban erzielt eine günstige Nutzen-Risiko-Bilanz und reduziert zudem die Sterblichkeit.

Eine Pflegerin untersützt eine älere Dame im Rollstuhl beim schneiden eines Apfels. Im Hintergrund sind Bäume und Grünflächen zu sehen.
Schlaganfall verhindern, Blutungen vermeiden: Gerade bei pflegebedürftigen Hochbetagten mit Vorhofflimmern ist die Entscheidung für eine Antikoagulation oft eine Gratwanderung.(© Karin & Uwe Annas / stock.adobe.com)

Jetzt kostenlos registrieren bzw. einloggen und den gesamten Artikel freischalten.

Soll man einem 85-jährigen Pflegeheimbewohner mit Vorhofflimmern (VHF) und funktionellen Einschränkungen noch einen Blutverdünner verordnen? Die Angst vor Stürzen, Blutungen und Komplikationen sitzt bei vielen Verordnern tief – und ist nicht unbegründet. Doch wer nichts tut, nimmt ein hohes Schlaganfallrisiko in Kauf.

Ausgerechnet die Gefährdetsten bleiben oft unbehandelt

Vorhofflimmern trifft Pflegeheimbewohner mit 10–17% deutlich häufiger als die Allgemeinbevölkerung (1–2%). Rund 58% diser Menschen sind zudem auf Hilfe bei alltäglichen Grundtätigkeiten wie Anziehen, Waschen oder Essen auf Hilfe angewiesen sind – sogenannte Activities of Daily Living (ADL). Genau diese Gruppe wird häufig gar nicht erst antikoaguliert oder die Therapie wird vorzeitig abgebrochen – obwohl sie durch Schlaganfälle besonders gefährdet ist. Hinzu kommt: In randomisierten Studien sind solche Patienten kaum vertreten. Ob eine orale Antikoagulation bei pflegebedürftigen Hochbetagten tatsächlich mehr nützt als schadet, war daher bisher weitgehend unklar – eine Lücke, die ein US-amerikanisches Forschungsteam um Dr. Qiaoxi Chen, Boston (Massachusetts; USA), nun schließen wollte.

Große Registeranalyse liefert Antworten

Die Autoren werteten dazu Medicare-Abrechnungsdaten aus den Jahren 2013 bis 2022 aus und verknüpften sie mit dem Minimum Data Set – einem standardisierten Erfassungssystem für kognitive und funktionelle Zustände US-amerikanischer Pflegeheimbewohner. Eingeschlossen wurden Langzeitbewohner

  • nicht valvulärem Vorhofflimmern,
  • Hilfebedarf bei mindestens 3 ADL sowie
  • einem erhöhten Schlaganfallrisiko (CHA2DS2-VASc-Score ≥2 bei Männern bzw. ≥3 bei Frauen).

Artikel kostenlos freischalten und weiterlesen

Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu exklusiven Artikeln auf Thieme Praxis. Registrieren Sie sich jetzt kostenlos mit wenigen Klicks – oder nutzen Sie Ihren bestehenden Thieme Account.


Mehr zum Thema

Jetzt kostenlos bei Thieme Praxis registrieren und profitieren

  • Exklusiver Zugang zu News-Beiträgen und Fachwissen
  • Persönlicher Newsfeed passend zu Ihren Interessen
  • Thieme Account für Single-Sign-On (SSO) in digitalen Thieme Produkten

Thieme Praxis App jetzt kostenlos installieren und nichts mehr verpassen

Im App Store laden
Logo Google Play
Bei Google Play laden
Im App Store laden
Logo Google Play
Bei Google Play laden