Pflegeheimbewohner mit Vorhofflimmern gehören zu den Patienten mit dem höchsten Schlaganfallrisiko, erhalten jedoch oft keine Antikoagulation aus Sorge vor Blutungen und Stürzen. Eine US-Kohortenstudie zeigt klare Unterschiede zwischen Apixaban, Rivaroxaban und Warfarin: Alle untersuchten Antikoagulanzien senken das Schlaganfallrisiko, doch nur Apixaban erzielt eine günstige Nutzen-Risiko-Bilanz und reduziert zudem die Sterblichkeit.
Hochbetagte mit Vorhofflimmern profitieren nicht von jedem Blutverdünner
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Soll man einem 85-jährigen Pflegeheimbewohner mit Vorhofflimmern (VHF) und funktionellen Einschränkungen noch einen Blutverdünner verordnen? Die Angst vor Stürzen, Blutungen und Komplikationen sitzt bei vielen Verordnern tief – und ist nicht unbegründet. Doch wer nichts tut, nimmt ein hohes Schlaganfallrisiko in Kauf.
Ausgerechnet die Gefährdetsten bleiben oft unbehandelt
Vorhofflimmern trifft Pflegeheimbewohner mit 10–17% deutlich häufiger als die Allgemeinbevölkerung (1–2%). Rund 58% diser Menschen sind zudem auf Hilfe bei alltäglichen Grundtätigkeiten wie Anziehen, Waschen oder Essen auf Hilfe angewiesen sind – sogenannte Activities of Daily Living (ADL). Genau diese Gruppe wird häufig gar nicht erst antikoaguliert oder die Therapie wird vorzeitig abgebrochen – obwohl sie durch Schlaganfälle besonders gefährdet ist. Hinzu kommt: In randomisierten Studien sind solche Patienten kaum vertreten. Ob eine orale Antikoagulation bei pflegebedürftigen Hochbetagten tatsächlich mehr nützt als schadet, war daher bisher weitgehend unklar – eine Lücke, die ein US-amerikanisches Forschungsteam um Dr. Qiaoxi Chen, Boston (Massachusetts; USA), nun schließen wollte.
Große Registeranalyse liefert Antworten
Die Autoren werteten dazu Medicare-Abrechnungsdaten aus den Jahren 2013 bis 2022 aus und verknüpften sie mit dem Minimum Data Set – einem standardisierten Erfassungssystem für kognitive und funktionelle Zustände US-amerikanischer Pflegeheimbewohner. Eingeschlossen wurden Langzeitbewohner
- nicht valvulärem Vorhofflimmern,
- Hilfebedarf bei mindestens 3 ADL sowie
- einem erhöhten Schlaganfallrisiko (CHA2DS2-VASc-Score ≥2 bei Männern bzw. ≥3 bei Frauen).
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