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Erkenntnisse, Trends und Highlights aktueller Fachkongresse

Der Themenbereich „Kongress“ fasst die wichtigsten Trends, Erkenntnisse und Impulse von nationalen und internationalen medizinischen Fachkongressen zusammen.

Neuste Artikel

Drei nebeneinander arrangierte Porträts derselben Person in verschiedenen Lebensphasen, von einem höheren über ein mittleres zu einem jüngeren Lebensalter,
Spiegel von Zeit und Gesellschaft

Krisen prägen nicht nur Geschichte, sie wirken bis ins hohe Alter nach

Das Alter von morgen entsteht lange vor dem Eintritt ins hohe Lebensalter. Wirtschaftliche Unsicherheit, politische Konflikte, Pandemien oder ökologische Krisen beeinflussen, wie gesund und widerstandsfähig Menschen später altern. Wer die Gesundheit älterer Menschen verstehen will, muss daher auch ihre gesellschaftlichen und historischen Erfahrungen betrachten.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC); Illustration
Neuer Hoffnungsträger

Tambotatug Pelitecan halbiert Sterberisiko in der SCLC-Zweitlinientherapie

Für Patienten mit rezidiviertem kleinzelligem Lungenkarzinom sind wirksame Therapieoptionen bislang rar. Auf dem WCLC 2026 sorgte das gegen B7-H3 gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Tambotatug Pelitecan jetzt für Aufsehen: In der Phase-III-Studie TAISHAN-302 verlängerte die Substanz das Gesamtüberleben bei schwer vorbehandlten SCLC-Patienten signifikant, steigerte die Ansprechrate auf mehr als das 6-Fache von Topotecan und zeigte selbst bei Hirnmetastasen bemerkenswerte Aktivität.
Vier Hände unterschiedlicher Generationen nebeneinander – von 93 über 63 und 33 bis 2 Jahre
Erkrankung über die gesamte Lebensspanne

Still-Erkrankung neu gedacht: Neue Nomenklatur, neue therapeutische Möglichkeiten

Die Still-Erkrankung gilt heute als einheitliche autoinflammatorische Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg. Während zielgerichtete IL-1- und IL-6-Therapien bei den meisten Betroffenen wirksam sind, bleiben einzelne Patienten schwer behandelbar. Erste Daten deuten darauf hin, dass die gezielte Kombination mehrerer Wirkprinzipien die Entzündung kontrollieren und den Bedarf an Glukokortikoiden deutlich senken könnte. Noch bleibt eine solche Multiple Targeted Therapy jedoch spezialisierten interdisziplinären Zentren und individuellen Therapieentscheidungen vorbehalten.
3D-Illustration eines Antikörper-Drug-Konjugats, das an eine Tumorzelle bindet und seine zytotoxische Payload freisetzt
Kongressnachlese

Neue Strategien bei SCLC und NSCLC: Wichtige Therapieerfolge mit Designer-Molekülen

Antikörper-Drug-Konjugate und neue KRAS-Inhibitoren verändern die Behandlung des Lungenkarzinoms: Auf der European Lung Cancer Conference in Kopenhagen wurden kürzlich zahlreiche neue Studiendaten zu Antikörper-Drug-Konjugaten und KRAS-Inhibitoren beim Lungenkrebs vorgestellt. Die Daten unterstreichen das Potenzial zielgerichteter Designer-Moleküle beim Lungenkarzinom: Antikörper-Drug-Konjugate wie Iza-Bren und Sac-TMT sowie neue KRAS-Inhibitoren und -Degrader erweitern das therapeutische Spektrum sowohl beim kleinzelligen als auch beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom substanziell.
Arzt in blauer Kleidung mit Stethoskop tippt auf digitale Symbole rund um den Begriff „Autoimmune Disease" – Diagnostik, Forschung, Medikation und Therapie
Immuntherapie statt Dauerentzündung?

Immun-Reset bei Lupus, rheumatoider Arthris & Co. – Hoffnung nach Therapieversagen

Wenn Biologika und zielgerichtete Therapien versagen, stoßen viele Patienten mit schweren rheumatologischen Autoimmunerkrankungen an therapeutische Grenzen. Zellbasierte Immuntherapien wie CAR-T-Zellen und bispezifische T-Cell Engager könnten das ändern: Sie eliminieren gezielt krankheitsauslösende Immunzellen und ermöglichen bei manchen Betroffenen einen tiefgreifenden „Immun-Reset“. Noch sind die Verfahren Studien vorbehalten, die Ergebnisse gelten jedoch als vielversprechend.
Person im weißen Arztkittel mit Stethoskop zeigt auf ein rotes Schutzschild mit der Aufschrift „Rheumatoid Arthritis“ vor blauem Hintergrund mit medizinischen Symbolen
Handeln vor dem ersten Schub

Prävention der rheumatoiden Arthritis gewinnt an Fahrt

Die rheumatoide Arthritis beginnt immunologisch oft Jahre vor den ersten Gelenkschmerzen – ein Zeitfenster, das sich präventiv nutzen lässt. Rauchstopp, Gewichtsreduktion und Zahnhygiene senken das Erkrankungsrisiko messbar. Bei Hochrisikopersonen mit ACPA-Nachweis kann eine kurzzeitige Abatacept-Therapie den Krankheitsausbruch um bis zu 4–5 Jahre verzögern. Tatsächlich gebe es viele Ansatzpunkte die Prävention – gestützt durch den Hausarzt – in die rheumatologische Regelversorgung zu integrieren.
Frühe Therapie zahlt sich aus

Frühe Statintherapie bei Typ-2-Diabetes senkt Demenzrisiko

Bei Menschen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes war der frühe Beginn einer Statintherapie in einer landesweiten dänischen Kohortenstudie mit 132.585 statin-naiven Patienten mit einem um 15% geringeren relativen Demenzrisiko über 10 Jahre assoziiert – deutlich stärker ausgeprägt als bei verzögertem Therapiebeginn. Besonders vaskulär bedingte Demenzen wurden seltener beobachtet. Die auf dem ESC Congress 2026 vorgestellten Daten liefern ein weiteres Argument gegen die verbreitete Therapieträgheit beim LDL-Cholesterin-Management.
Eine Gruppe erwachsener Menschen ist gemeinsam draußen unterwegs, einige mit Wanderstöcken, eine Person mit Fahrrad; sie bewegen sich in einer grünen, natürlichen Umgebung und wirken aktiv und gut gelaunt.
Geriatrie-Kongress Frankfurt

Longevity-Trend in der Kritik: Lässt sich Altern wirklich aufhalten?

Longevity als Milliardenmarkt: Peptide, Supplements und Anti-Aging-Strategien versprechen ein längeres Leben – doch belastbare Belege fehlen. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie warnt vor der Pathologisierung des Alterns und erklärt, welche Maßnahmen für ein gesundes Altwerden tatsächlich evidenzbasiert sind.
Älterer Mann sitzt auf einem Sofa und greift sich an den schmerzenden Fuß.
Wenn Rheuma grau wird

Älter, multimorbide, entzündet – eine Herausforderung für Rheumatologen und Hausärzte

Die alternde Gesellschaft verändert die Rheumatologie grundlegend. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen werden häufiger bei älteren Menschen diagnostiziert oder begleiten Betroffene bis ins hohe Lebensalter. Aber auch bzw. insbesondere im hohen Alter gefährden unkontrollierte Entzündungen nicht nur Gelenke, sondern auch Herz, Gefäße und Selbstständigkeit. Leitlinien empfehlen deshalb auch im hohen Alter eine konsequente, risikoadaptierte Therapie sowie eine strukturierte Prävention kardiovaskulärer Begleiterkrankungen.
Kongressbesucher hören einem Vortrag zu - Aufnahme von hinten
Vom Behandeln zum Verhindern

Prävention und KI in der Gastroenterologie: Viszeralmedizin 2026 setzt neue Maßstäbe

Prävention, Präzisionsmedizin und Künstliche Intelligenz: Auf der Viszeralmedizin 2026 diskutieren Fachleute, wie Krebs früher verhindert, Leber- und Stoffwechselerkrankungen rechtzeitig erkannt und Therapien individueller gesteuert werden. Auch Endoskopie-Innovationen und Robotik prägen den größten deutschsprachigen Fachkongress.
Typische Prädilektionsstellen der rheumatoiden Arthritis: Schulter, Hand, Halswirbelsäule, Hüfte, Knie und Sprunggelenk mit hervorgehobenen Schmerzpunkten
Immunzellen auf Dauerangriff

Gefangen im Entzündungsmodus: Warum Rheuma nicht abschaltet

Entzündliche Rheumaerkrankungen verlaufen über Jahre oder Jahrzehnte. Doch warum endet die Entzündung im betroffenen Gelenk nicht von selbst? Forschende aus Leipzig erforrschen aktuell einen neuen Erklärungsansatz: Sauerstoff- und Energiemangel versetzen Immunzellen in einen dauerhaften Alarmmodus. Im Zentrum stehen der Mevalonatweg, das Inflammasom und ein „eingefrorenes“ Zellskelett. Die Erkenntnisse könnten neue Behandlungsstrategien für schwer therapierbare Patienten eröffnen.
Medizinische Illustration eines Herzens neben einem Längsschnitt durch eine Arterie mit Cholesterinablagerungen und verengtem Gefäßlumen
Prävention ja, Lebensverlängerung fraglich

Statine schützen Herz und Gefäße in der Primärprävention auch bei Betagten

Über 2 Jahrzehnte nach PROSPER liefert eine große Primärpräventionsstudie belastbare Daten für Menschen ab 70 Jahren ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung, Diabetes oder Demenz: Atorvastatin senkte die Rate an schweren kardiovaskulären Ereignissen um relative 30% – auch bei den Hochbetagten und unabhängig vom LDL-Ausgangswert. Einen Gewinn beim behinderungsfreien Überleben gab es zwar nicht. Dafür bestätigt die Studie die gute Verträglichkeit von Statinen auch im höheren Lebensalter.

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Die Auswahl konzentriert sich auf Arbeiten mit hoher Relevanz für die evidenzbasierte Medizin. Dazu gehören primär randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), systematische Reviews, Metaanalysen sowie große Kohorten- und Registerstudien. Ergänzt wird die Berichterstattung durch aktuelle Daten aus der Versorgungs- und Gesundheitsforschung, um auch langfristige Trends im Real-World-Kontext abzubilden.