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Erkenntnisse, Trends und Highlights aktueller Fachkongresse

Der Themenbereich „Kongress“ fasst die wichtigsten Trends, Erkenntnisse und Impulse von nationalen und internationalen medizinischen Fachkongressen zusammen.

Neuste Artikel

Multivitamin-Mineralstoff-Präparate und frisches Obst
Ein nur moderater, aber spürbarer Effekt

Können Multivitamine die funktionelle Gesundheit älterer Erwachsener erhalten?

Nachlassende Belastbarkeit und kardiovaskuläre Beschwerden prägen den Alltag vieler älterer Menschen. Ob eine tägliche Einnahme von Multivitamin-Mineralstoff-Präparaten oder Kakaoextrakt hier gegensteuern kann, stand im Fokus einer Sekundäranalyse der COSMOS-Studie. Das Ergebnis: Multivitaminpräparate verbesserten die Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden im Alltag messbar und auch die Symptomlast ging zurück. Der Effekt blieb zwar moderat, war aber spürbar.
Braunes Fettgewebe unter dem Mikroskop
Licht und Schatten

Tirzepatid aktiviert braunes Fettgewebe – aber auch den Knochenumbau

Der duale GIP/GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid wirkt nicht nur über Appetitsuppression: In der randomisierten TABFAT-Studie steigerte die Substanz die Aktivität des braunen Fettgewebes bei prämenopausalen Frauen mit Adipositas unabhängig vom Gewichtsverlust – ein potenziell neuer thermogener Wirkmechanismus. Parallel zeigte sich jedoch ein signifikanter Knochendichteverlust an Hüfte und Femurhals mit deutlich gesteigerter Knochenresorption - insbesondere bei einem sehr schnellen Gewichtverlust sollte dies im Blick behalten werden. Beide Analysen waren Thema auf der Jahrestagung der Endocrine Society (END= 2026) in Chicago.
Chemische Strukturformel von Semaglutid auf hellem Papier, auf der die Abkürzung „GLP-1“ mit einem roten Holzfarbstift kreisförmig markiert ist. Darüber der Schriftzu g GLP-1
Real-World-Daten

Abgesetzt, wieder aufgenommen – ein häufiges Muster der GLP-1-RA-Therapie bei Diabetes

GLP-1-Rezeptoragonisten sind aus der Typ-2-Diabetes-Therapie kaum mehr wegzudenken – doch im Versorgungsalltag setzen viele Betroffene die Präparate früh ab: Im ersten Jahr sind dies 4 von 10 der Behandelten, nach 2 Jahren sogar etwa 6 von 10, so eine aktuelle Analyse US-amerikanischer Versichertendaten, präsentiert auf der Jahrestagung der Endocrine Society (ENDO) 2026 in Chicago. Dabei haben sich gastrointestinale Nebenwirkungen als eine der zentralen modifizierbaren Stellschrauben herauskristallisiert. Immerhin: Mehr als die Hälfte der Abbrecher startet ihre GLP-1-RA-Therapie innerhalb von 12 Monaten erneut.
Schematische Darstellung eines bispezifischen T-Zell-Engagers (BiTE)
Neuer Standard ante porats?

BiTE verbessert die Therapie der pädiatrischen Hochrisiko-B-ALL

Zwei Zyklen Blinatumomab ersetzten 2 Zyklen intensiver Chemotherapie in der Induktion pädiatrischer Patienten mit Hochrisiko-B-ALL – und das Ergebnis macht Mut: Denn in der AIEOP-BFM ALL 2017 wurde so eine 4-Jahres-EFS-Rate von 83% erreicht und die Rezidivraten halbierten sich. Erstmals seit langem konnte damit auch die Toxizität der ALL-Therapie vermindert werden. Und es besteht sogar noch weiteres Optimierungspotenzial für diesen Therapieansatz, wie Experten auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA 2026) in Stockholm betonten.
Zwei stilisierte Figuren in Blau und Rosa stehen auf einem Schachbrettmuster vor unscharfem Hintergrund mit weiteren Figuren.
Individualisierte Onkologie braucht Geschlechterdaten

Geschlecht bestimmt Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Checkpoint-Inhibitoren

Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren: Während Männer von ICI-Monotherapien stärker profitieren, zeigen Frauen Vorteile bei Chemo-Immuntherapien – tragen aber generell ein deutlich höheres Risiko für schwere Nebenwirkungen. Eine geschlechtersensible Onkologie wird damit zur klinischen Notwendigkeit.
Schematische Darstellung einer CAR-T-Zelle
Neue Hoffnung bei AML

CAR-T-Zelltherapie bei AML – erste Komplettremissionen

Bei akuter myeloischer Leukämie (AML) blieb die CAR-T-Zelltherapie bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Jetzt wurde auf dem Jahreskongress der European hematology Association (EHA 2026) in Stockholm ein neues, vielversprechendes Konzept vorgestellt: Mithilfe allogener RevDAR-T-Zellen und einem steuerbaren bispezifischen Aktivatormolekül ist es erstmals gelungen, Komplettremissionen mit MRD-Negativität zu erreichen. Ein praktikabler An-Aus-Mechanismus zur Toxizitätskontrolle ist ein großer Vorteil des Systems.
Nahaufnahme einer Person im weißen Arztkittel mit Stethoskop, die mit den Händen mehrere transparente, ineinandergreifende Zahnräder in einer digitalen Darstellung berührt
Multimodale Therapie 2.0

Nur wer an vielen Stellschrauben dreht, verbessert die Therapie von GI-Tumoren

Multimodale Therapie, Immuncheckpoint-Inhibitoren und biomarkergeleitete Strategien verändern das Management von Ösophagus- und Magenkarzinomen. Um aber die Qualität der Behandlung dieser Tumore nachhaltig zu verbessen, sind darüber hinaus eine konsequente Versorgung der Patienten in Zentren und kreativere, stärker auf Biomarker ausgerichtete Studiendesigns notwendig.
Laborbefund mit der Diagnose Myelofibrose
Doppelte Signalweghemmung

Selinexor plus Ruxolitinib lässt Milz bei Myelofibrose stärker schrumpfen

Selinexor plus Ruxolitinib verdoppelte das Milzansprechen bei JAK-Inhibitor-naiven Myelofibrose-Patienten gegenüber Ruxolitinib allein - und lässt damit auf ein verlängertes Gesamtüberleben hoffen. Dies ist eines der wichtigsten der auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA 2026) in Stockholm präsentierten Ergebnisse der Phase-III-Studie SENTRY. Auch die Allellast wichtiger Treibermutationen sinkt unter der Kombination stärker – bei beherrschbarer Toxizität und einem ersten Signal für ein verbessertes Gesamtüberleben.
Aspirin-Tabletten
Einfacher, günstiger, gleich sicher

ASS-Monotherapie nach Hüft- und Knie-TEP der Rivaroxaban-Strategie ebenbürtig

Nach totaler Hüft- oder Knieendoprothese reicht Acetylsalicylsäure allein zur Prävention symptomatischer venöser Thromboembolien aus – das legen die Daten der doppelblinden, randomisierten EPCAT-III-Studie nahe, die gerade auf dem Kongress 2026 der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) als Late-Breaker präsentiert wurden. Gegenüber einem initialen 5-tägigen Rivaroxaban-Kurs mit anschließender ASS-Prophylaxe zeigten sich weder Wirksamkeits- noch Sicherheitsnachteile. Die niedrigen VTE- und Blutungsraten sprechen für eine deutliche Vereinfachung der postoperativen Thromboseprophylaxe im klinischen Alltag.
Zwei Hände bedienen ein Tablet, auf dessen Bildschirm das Wort „Pankreaskarzinom“ groß dargestellt ist.
Ältere besonders benachteiligt

Pankreaskarzinom: Leitlinienempfehlungen häufig nicht umgesetzt

Die Versorgung von Patienten mit Pankreaskarzinomen ist verbesserungsfähig. Obwohl eine multimodale Therapie mit Operation plus Chemotherapie nachweislich die besten Ergebnisse liefert, erhalten in Deutschland nur etwa 45% der Betroffenen eine adjuvante oder additive Chemotherapie. Von den über 80-jährigen Erkrankten wurden fast 40% weder operativ noch zytostatisch behandelt.
zwei muskulöse Arme beim Armdrücken
FLT3-Inhibitoren im Duell

Gilteritinib vs. Midostaurin bei FLT3-mutierter AML – Wer hat die Nase vorn?

Erstmals liefert eine Phase-III-Studie einen direkten Head-to-Head-Vergleich zweier FLT3-Inhibitoren in der Erstlinie der FLT3-mutierten AML – und schaffte es so in die Late-Breaker-Session auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA2026) in Stockholm: Demnach senkt Gilteritinib das Rezidivrisiko gegenüber Midostaurin zwar deutlich, ein Vorteil beim Gesamtüberleben bleibt jedoch aus. Folgetherapien dürften das Bild maßgeblich beeinflusst haben.
Nahaufnahme von Händen mit verfärbten Fingern als Zeichen eines Raynaud-Syndroms, einem typischen Frühsymptom der systemischen Sklerose.
Instrument für die Routineversorgung und Forschung

Frühes Monitoring bei systemischer Sklerose per mDAI zahlt sich aus

Der modifizierte EUSTAR Disease Activity Index (mDAI) erlaubt bei systemischer Sklerose eine klinisch belastbare Stratifizierung nach Krankheitsaktivität. Besteht eine aktive Erkrankung, entwickeln Betroffene deutlich häufiger und schneller Haut-, Lungen- und Herzbeteiligungen – und benötigen intensivere immunsuppressive sowie antifibrotische Therapien. Ein frühes Aktivitätsmonitoring wird damit zum entscheidenden Baustein der Versorgung, dieses Fazit zogen Experten auf dem EULAR-Kongress 2026 in London.

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Die Auswahl konzentriert sich auf Arbeiten mit hoher Relevanz für die evidenzbasierte Medizin. Dazu gehören primär randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), systematische Reviews, Metaanalysen sowie große Kohorten- und Registerstudien. Ergänzt wird die Berichterstattung durch aktuelle Daten aus der Versorgungs- und Gesundheitsforschung, um auch langfristige Trends im Real-World-Kontext abzubilden.