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Kongress

Erkenntnisse, Trends und Highlights aktueller Fachkongresse

Der Themenbereich „Kongress“ fasst die wichtigsten Trends, Erkenntnisse und Impulse von nationalen und internationalen medizinischen Fachkongressen zusammen.

Neuste Artikel

DBLCD: 3D-Illustration maligner B-Zell-Cluster
Progressionsrisiko um 25 % gesenkt

DLBCL-Erstlinie: Tafasitamab plus Lenalidomid schlägt R-CHOP-Standard

Die auf dem ASCO-Kongress 2026 präsentierte Phase-III-Studie frontMIND zeigt erstmals seit über 20 Jahren eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Erstlinienstandard R-CHOP beim diffus großzelligen B-Zell-Lymphom. Die Ergänzung um Tafasitamab plus Lenalidomid senkt das Progressions- oder Sterberisiko um 25 % – konsistent über ABC- und GCB-Subtypen hinweg. Damit rückt für Patienten mit Hochrisiko-DLBCL ein neuer Therapiestandard in greifbare Nähe.
Person in ruhiger Meditationshaltung auf einer Yogamatte
Krebs besiegt – Lebensqualität gewonnen

Yoga statt Tabletten: Bessere Schlafqualität, weniger Fatigue und Angst

Sanftes Yoga zeigt in der onkologischen Nachsorge bemerkenswerte Effekte: Bereits 2 Yoga-Sitzungen pro Woche können Schlafstörungen, Fatigue, Angst und Stimmungsstörungen messbar lindern – und damit eine nicht medikamentöse Option für gleich 4 zentrale Folgesymptome eröffnen, wie jetzt auf dem ASCO Annual Meeting 2026 zu hören war. Damit sei Yoga ein kostenkünstiger und niederschwelliger nicht medikamentöser Ansatz, der Krebsüberlebenden aktiv angetragen werden sollte, so das Fazit der Autorinnen und Autoren der präsentierten Studie.
Stilisierte anatomische Darstellung der Bauchspeicheldrüse mit angrenzenden Strukturen vor einem Hintergrund aus Tabletten
Wird die Bestimmung des RAS-Status ins Zentrum der Therapieplanung rücken?

RAS-Inhibitor Daraxonrasib verdoppelt Überleben bei metastasiertem Pankreaskarzinom

Mit Daraxonrasib steht in der Zweitlinientherapie des metastasierten Pankreaskarzinoms erstmals eine zielgerichtete orale Option zur Verfügung, die das mediane Gesamtüberleben gegenüber der Standard-Chemotherapie verdoppelt und das Sterberisiko um 60% senkt. Diese Daten aus der RASolute-302-Studie wurden gerade im Rahmen des Jahreskongresses der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago präsentiert. Klinisch besonders relevant: Schmerzen und Lebensqualität bleiben länger stabil, Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen sind selten. Da über 90% der duktalen Adenokarzinome des Pankreas RAS-Mutationen aufweisen, eröffnet sich ein breit anwendbarer Therapieansatz – ein möglicher Paradigmenwechsel?
3D-Darstellung von T-Zellen und Tumorzellen
Rückt der bispezifische Antikörper in der Therapielinie nach vorn?

MajesTEC-9: Teclistamab empfiehlt sich als neue Option ab dem ersten Myelom-Rezidiv

Die MajesTEC-9 verschiebt den Einsatz von Teclistamab beim rezidivierten multiplen Myelom nach einer Lenalidomid- und Anti-CD38-Vorbehandlung deutlich nach vorn: Der bispezifische Antikörper übertrifft bereits ab dem ersten Rezidiv etablierte Tripel- und Dublett-Regime klar – mit einem 71% geringerem Progressionsrisiko, deutlich höheren Remissionsraten und signifikantem Überlebensvorteil bei vorbehandelten Patienten. Unabdingbar sind allerdings eine strikte Infektionsprophylaxe und eine konsequente IgG-Substitution in den ersten Therapiemonaten.
DNA-Molekül, das sich im Reagenzglas des Bluttestgeräts bildet.
Differenzierter MDT-Einsatz

Oligometastasen: Metastasengerichtete Therapie verlängert progressionsfreies Überleben

Mehr Therapie bei oligometastasierten Tumoren– aber für wen lohnt sie sich? Die auf dem ESTRO-Kongress 2026 in Stockholm vorgestellte EXTEND-Studie liefert erstmals klare, histologiespezifische Antworten: Besonders Patienten mit Prostata- und Pankreaskarzinom profitieren von einer metastasengerichteten Bestrahlung mit deutlichem PFS-Gewinn. Gleichzeitig deutet sich ein Paradigmenwechsel an – weg vom Zählen von Metastasen, hin zu ctDNA als präzisem Biomarker für Therapieentscheidungen, denn ein dynamischer ctDNA-Abfall korreliert mit längerem progressionsfreien Überleben.
Hände halten ein rotes Herz:
FOKO Kongressbericht

Kardiovaskuläres Risiko bei Frauen: Frühwarnzeichen in der gynäkologischen Praxis erkennen

Unspezifische Symptome wie Luftnot oder Schwäche werden bei Frauen häufig übersehen – dabei können sie frühe Warnzeichen einer koronaren Herzerkrankung sein. Erfahren Sie, wie sich Risikopatientinnen mithilfe des SCORE-2 identifizieren lassen, welche frauenspezifischen Risikofaktoren besondere Aufmerksamkeit verdienen und wie die Hormonersatztherapie aus kardiologischer Sicht heute neu bewertet wird.
Roboterarm berührt menschliche Hand
FOKO Kongressbericht

KI in Gynäkologie und Geburtshilfe: Datenschätze gemeinsam heben

Von der automatisierten Arztbrieferstellung über leitlinienbasierte Chatbots bis hin zu Prognosemodellen für Frühgeburt und Präeklampsie – auf dem FOKO 2026 wurde deutlich, wie nah KI-Anwendungen der klinischen Praxis bereits sind. Doch Konfabulation und fehlende Interoperabilität setzen dem Einsatz noch klare Grenzen.
Unterwasseraufnahme einer Meeresschildkröte vor den Malediven
FOKO Kongressbericht

Tropeninfektionen in der Schwangerschaft: Zika, Malaria und Schistosomiasis im Fokus

Durch den Klimawandel breiten sich tropische Vektoren wie die Asiatische Tigermücke zunehmend in Europa aus – mit Konsequenzen auch für die gynäkologische Praxis. Welche Risiken Zikavirus, Malaria und urogenitale Schistosomiasis speziell für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch bergen und wann ein Screening indiziert ist, fasste eine Expertin auf dem FOKO 2026 zusammen.
Buchstaben legen das Wort Hormone aus, umgeben von Tablettenblistern und einem Stethoskop
Foko Kongressbericht

Brustkrebs und Hormonentzug: Fertilität, Menopause und Osteoporose managen

Aktuelle Daten zeigen, dass eine zeitweise Unterbrechung der endokrinen Therapie die Prognose vieler Patientinnen nicht verschlechtert. Gleichzeitig stellen postmenopausale Beschwerden und Osteoporose unter Hormonentzug relevante Herausforderungen dar. Ein Überblick über Fertilitätserhalt, Hormonersatztherapie (HRT) und Knochenschutz – praxisnah zusammengefasst vom FOKO 2026.
Grafische Darstellung der Nicht-invasiven Pränataldiagnositk
FOKO Kongressbericht

NIPT in der Kritik: Wird der Pränataltest zu oft eingesetzt?

Seit der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen nutzen 48 % aller Schwangeren den nichtinvasiven Pränataltest (NIPT) – auch in Altersgruppen mit niedrigem Ausgangsrisiko. Bei unter 30-Jährigen bestätigt ein auffälliges Ergebnis nur in etwa der Hälfte der Fälle eine chromosomale Störung. Wird der NIPT entgegen seiner Zweckbestimmung als Routinescreening eingesetzt?
Auf einem Holztisch liegen ein Tablet mit einer grafischen Darstellung der menschlichen Prostata, medizinische Fragebögen, Wattestäbchen und ein Stethoskop
Umdenken beim Prostatakrebs-Screening?

Auf Augenhöhe: Prostatakrebs-Früherkennung ähnlich effektiv wie das Brustkrebs-Screening

Das PSA-basierte Prostatakrebs-Screening erreicht bei Diagnosequalität und Anzahl vermiedener Überdiagnosen ein ähnliches Niveau wie das etablierte Brustkrebs-Screening. Eine aktuelle Auswertung von PROBASE, präsentiert auf dem 41. Jahreskongress der European Association of Urology (EAU), stellt die bisherigen Vorbehalte gegenüber dem PSA-Test infrage – und eröffnet eine neue Debatte zur Früherkennung.
Konzept des Multiplen Myeloms und Plasmazellkrebs als Krebsgeschwür im Knochenmark mit 3D-Illustrationselementen.
Rezidiviertes/refraktäres multiples Myelom

Antikörper-Kombination soll mehr Betroffene dauerhaft in Remission bringen

Eine innovative Antikörper‑Kombination könnte die Therapie des rezidivierten/refraktären multiplen Myeloms grundlegend verändern: In der Phase‑III‑Studie MajesTEC‑3 erreichten Patient*innen mit Teclistamab plus Daratumumab außergewöhnlich hohe Raten an langanhaltender Remission – begleitet von einem frühen und signifikanten Überlebensvorteil. Auf dem ASH Annual Meeting 2025 wurde sogar von einem Potenzial für eine funktionelle Heilung zu hören.

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Die Auswahl konzentriert sich auf Arbeiten mit hoher Relevanz für die evidenzbasierte Medizin. Dazu gehören primär randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), systematische Reviews, Metaanalysen sowie große Kohorten- und Registerstudien. Ergänzt wird die Berichterstattung durch aktuelle Daten aus der Versorgungs- und Gesundheitsforschung, um auch langfristige Trends im Real-World-Kontext abzubilden.