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Patientenwille im Fokus

Lebensqualität vor Lebenszeit: Klare Präferenzen älterer Krebspatienten

|von Daniela Lukaßen-Held

Über 70% älterer Menschen mit fortgeschrittener Krebserkrankung priorisieren Lebensqualität gegenüber einem längeren Überleben. Doch auf Therapieentscheidungen, Nebenwirkungen oder Krankenhausaufenthalte haben diese Präferenzen viel zu oft keinen Einfluss. Das onkologische Versorgungssystem hört zu oft nicht hin.

Arzt hält die Hand eines älteren Krebspatienten
Die Wünsche älterer Krebspatienten finden im Versorgungsalltag oft zu wenig Beachtung. (© ipopba/stock.adobe.com)

Gesundheitssysteme sollten Ergebnisse liefern, die für Patientinnen und Patienten wirklich relevant sind. Eine präferenzkonkordante Versorgung – also eine Behandlung, die sich an den individuell wichtigsten Ergebniszielen orientiert – steigert die Lebensqualität und Zufriedenheit und kann zugleich die Inanspruchnahme des Gesundheitswesens reduzieren. Welche Präferenzen Menschen mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung haben – ob also für sie Lebensqualität oder ein längeres Überleben im Fokus steht – und ob dieser Wunsch mit ihrem Outcome assoziiert ist, dies stand im Fokus einer Sekundäranalyse der randomisierten Studie GAP70+.

Um diese Frage zu klären, befragten die Studienautoren 706 ältere Erwachsene mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung. 34,6% davon hatten einen gastrointestinalen Tumor, 24,8% hatten ein Lungenkarzinom und 15,4% einen Tumor der Harnwege oder der männlichen Geschlechtsorgane. Den meisten davon war die Aufrechterhaltung der Lebensqualität wichtiger als ein längeres Überleben (71,7 vs. 8,4%).

Ernüchternd: Wünsche ohne Einfluss auf das Outcome

Ob Patienten, die das Überleben priorisieren, tatsächlich länger leben und ob Patienten, die die Aufrechterhaltung der Lebensqualität bevorzugen, seltener von behandlungsbedingten Nebenwirkungen und Krankenhausaufenthalten betroffen sind, war die zweite Frage, die sich die Studienautoren stellten.

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