Eine Influenza kann in der Schwangerschaft deutlich schwerer verlaufen als bei Nicht-Schwangeren. Dennoch lässt sich nur etwa jede 4. werdende Mutter gegen Grippe impfen. Doch die Impfung schützt nicht nur die Schwangere vor Komplikationen wie einer Lungenentzündung oder einem Klinikaufenthalt. Über mütterliche Antikörper profitiert auch das ungeborene Kind und erhält einen wertvollen Nestschutz für die ersten Lebensmonate.
Nestschutz inklusive: Grippeimpfung senkt Risiken für Mutter und Kind
So heftig von der Grippe erwischt werden, dass der Weg in die Klinik führt, etwa weil sich eine Lungenentzündung entwickelt hat? Will niemand.
Schwangere haben allerdings ein erhöhtes Risiko dafür, dass ihnen das passiert – im Vergleich zu Nicht-Schwangeren. Darauf macht der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) gemeinsam mit der Initiative «Projekt: Grippeschutz» aufmerksam. Grund sind die vielen Veränderungen, die eine Schwangerschaft im Körper anstößt – und die auch Immunabwehr, Atmung und Herz-Kreislauf-System beeinflussen. Dadurch werden schwere Grippeverläufe wahrscheinlicher.
Niedrige Impfquote trotz klarer STIKO-Empfehlung
Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Schwangeren eine Grippeschutzimpfung. Doch längst nicht jede werdende Mama entscheidet sich dafür. Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass in der Saison 2024/2025 nur rund ein Viertel der Schwangeren gegen Grippe geimpft war.
Manche Schwangere hat die Sorge, dass die Impfung dem ungeborenen Kind schaden könnte. Bedenken, die die Gynäkologin Dr. Cornelia Hösemann, Großpösna, vom BVF ausräumen kann. So zeigt die Datenlage, dass der Nutzen überwiegt. Das Portal «infektionsschutz.de» vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) verweist zudem auf Studien, nach denen eine Grippeschutzimpfung in der Schwangerschaft die Anzahl von Frühgeburten oder Kaiserschnitten nicht erhöht.
Nestschutz fürs Baby durch mütterliche Antikörper
Plus: Das Baby hat sogar etwas davon, wenn sich seine Mutter in der Schwangerschaft gegen Grippe impfen lässt. Denn die von der Mutter gebildeten Antikörper gehen über die Plazenta zum ungeborenen Kind über, wie die Virologin Prof. Barbara Gärtner, Homburg, vom «Projekt: Grippeschutz» erklärt.
«Mit nur einer Impfung schützt sie also nicht nur sich selbst, sondern gibt auch ihrem Kind einen Nestschutz für die ersten Lebensmonate. Studien zeigen, dass dieser Schutz das Influenza-Risiko des Kindes deutlich senken kann.»
Prof. Barbara Gärtner, Homburg
Optimaler Impfzeitpunkt im zweiten Trimenon
Bei gesunden Schwangeren ist die Grippeschutzimpfung im 2. Trimenon empfohlen. Liegen Vorerkrankungen wie Asthma, Bluthochdruck oder Diabetes vor, ist der Piks schon früher in der Schwangerschaft sinnvoll, schreibt das Portal «infektionsschutz.de». Bis sich der Impfschutz vollständig aufgebaut hat, dauert es rund 10–14 Tage.

