Die quadrivalente HPV-Impfung schützt nicht nur vor Zervixkarzinom und Vorstufen – sie ist auch mit einem geringeren Risiko für Frühgeburten, spontane Frühgeburten, vorzeitigen Blasensprung und schweres SGA assoziiert. Das zeigt eine schwedische Registerstudie mit über 620.000 Erstgeburten. Besonders deutlich profitieren Frauen, die vor dem 17. Lebensjahr geimpft wurden. Die Daten erweitern den präventivmedizinischen Nutzen der HPV-Impfung um eine geburtshilfliche Dimension mit erheblicher Public-Health-Relevanz.
HPV-Impfung vor der Schwangerschaft senkt Risiko für Frühgeburten
Die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) ist ein etablierter Baustein der Zervixkarzinom-Prävention. Doch möglicherweise reicht ihr Nutzen weiter: Persistierende Infektionen mit Hochrisiko-HPV-Typen gelten nicht nur als Hauptursache zervikaler Dysplasien und des Zervixkarzinoms, sondern werden zunehmend auch mit ungünstigen Schwangerschaftsverläufen – insbesondere Frühgeburten – in Verbindung gebracht. Hinzu kommt, dass exzisionale Therapien hochgradiger zervikaler Läsionen das Risiko für Frühgeburten und vorzeitigen Blasensprung nachweislich erhöhen. Da sowohl HPV-assoziierte Läsionen als auch deren Behandlung häufig im reproduktiven Alter erfolgen, könnte eine konsequente HPV-Impfung über die Krebsprävention hinaus auch geburtshilflich bedeutsame Effekte entfalten. Internationale Daten deuteten in diese Richtung, waren aber durch kleine Fallzahlen oder eingeschränkte Confounder-Kontrolle limitiert.
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