In Südkorea erfüllen nur gut ein Drittel aller neu diagnostizierten Lungenkrebspatienten die internationalen Kriterien für ein LDCT-Screening – bei den Frauen sind es sogar nur 2,3%. 44,1% aller Betroffenen haben nie geraucht und zeigen trotz häufig späterer Diagnose ein signifikant besseres Überleben als die screeningberechtigte Gruppe. Eine nationale Kohortenstudie mit knapp 90.000 Erkrankten legt die Grenzen rauchbasierter Eignungskriterien offen und fordert populationsspezifische Strategien zur Früherkennung jenseits der klassischen Risikogruppen.
Lungenkrebs-Screening in Asien: Kriterien verfehlen Mehrheit der Nichtraucherinnen
Lungenkrebs ist weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache, und die Prognose hängt entscheidend vom Tumorstadium bei Diagnose ab. Die Niedrigdosis-Computertomografie (LDCT) hat sich als Screeningmethode bei starken Raucherinnen und Rauchern etabliert – die Eignungskriterien der aktuellen internationalen Leitlinien basieren daher auf Alter und Rauchintensität. Die American Cancer Society (ACS) empfiehlt seit 2023 ein jährliches Screening für Personen im Alter von 50 bis 80 Jahren mit einer Raucheranamnese von mindestens 20 Packungsjahren (pack-years, PY). Ob diese Kriterien auch die Epidemiologie in Asien abbilden, ist jedoch fraglich: Dort tritt ein erheblicher Anteil der Lungenkarzinome bei Menschen ohne Rauchanamnese auf – insbesondere bei Frauen.
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