Startseite Alle Beiträge Medizin & Gesundheitssystem Rezidivrisiko nach provozierter VTE höher als gedacht – Neubewertung der Antikoagulationsdauer
Provozierte VTE = niedriges Rezidivrisiko?

Rezidivrisiko nach provozierter VTE höher als gedacht – Neubewertung der Antikoagulationsdauer

|von Simone Ritter

Eine provozierte venöse Thromboembolie gilt als prognostisch günstig – doch das stimmt so nicht. Eine prospektive Kohortenstudie zeigt: Nach großen transienten Risikofaktoren erleidet fast jeder fünfte Patient innerhalb von 2 Jahren ein Rezidiv. Bei kleinen Risikofaktoren ist das Bild uneinheitlich, hormonassoziierte VTE bei Frauen bleiben dagegen weitgehend rezidivfrei. Die Ergebnisse sprechen für eine differenziertere Entscheidung über die Dauer der Antikoagulation.

Thrombus in einem Blutgefäß:
Rezidivrisiko nach provozierter venöser Thromboembolie: Nach „major" transienten Risikofaktoren droht deutlich häufiger ein VTE-Rezidiv als bislang angenommen. (© Dr_Microbe/stock.adobe.com)

Venöse Thromboembolien (VTE), die durch transiente Risikofaktoren ausgelöst werden, gelten traditionell als „Low-risk“-Ereignisse. Nach der aktuellen Lehrmeinung reicht in diesen Fällen eine zeitlich begrenzte Antikoagulation über 3 bis 6 Monate meist aus. Diese Einschätzung basiert allerdings auf sehr heterogenen Definitionen dessen, was als „provozierender Faktor“ gilt – von großen chirurgischen Eingriffen bis hin zu Langstreckenflügen oder hormoneller Kontrazeption. Die Internationale Gesellschaft für Thrombose und Hämostase (ISTH) hat deshalb eine differenziertere Klassifikation vorgeschlagen, die zwischen „Major-“ und „Minor-“ transienten Risikofaktoren unterscheidet. Ob sich diese Unterscheidung auch prognostisch niederschlägt, war bislang jedoch nicht systematisch untersucht.

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