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Hämatologie & Onkologie

Therapeutische Innovationen, neue Studienergebnisse und sich rasch wandelnde Leitlinien prägen kaum ein Fachgebiet so stark wie die "Hämatologie & Onkologie". Dieser Themenbereich greift genau diese Dynamik auf und bereitet relevante Entwicklungen fachlich fundiert und praxisnah auf – mit klarem Fokus auf ihre Bedeutung für Diagnostik und Therapie.

Sie finden hier aktuelle Inhalte zu malignen und benignen hämatologischen Erkrankungen ebenso wie zu soliden Tumoren, modernen Therapiekonzepten und begleitenden Versorgungsaspekten. "Hämatologie & Onkologie" unterstützt Sie dabei, komplexe Evidenz schnell einzuordnen, Therapieentscheidungen sicher zu treffen und im klinischen Alltag souverän am medizinischen Fortschritt zu bleiben.

Neuste Artikel

Depression und seelische Überforderung und Abwehrhaltung
Je früher, desto höher das Risiko

Krebs und Psyche: Frühe Depression erhöht Sterberisiko deutlich

Eine US-Kohortenstudie mit über 370.000 Krebspatienten zeigt, wie stark eine neu auftretende psychische Erkrankung die Prognose beeinflusst. Tritt innerhalb eines Jahres nach der Krebsdiagnose erstmals eine Depression, Angststörung oder bipolare Störung auf, steigt das Sterberisiko in den folgenden drei Jahren um 51 Prozent – mit klaren Implikationen für die psychoonkologische Versorgung.
Blutgerinnsel Thrombus im Gefäß
Häusliche Versorgungslage von Krebspatienten

Antithrombotische Therapie bei Krebs am Lebensende: Blutungsrisiko überwiegt

Eine niederländische Studie mit 2.860 Palliativpatienten dokumentiert deutlich mehr Blutungen als Thrombosen unter antithrombotischer Therapie bei Krebs am Lebensende. Dennoch setzen die meisten Betroffenen Blutverdünner wie DOAKs oder niedermolekulare Heparine bis kurz vor dem Tod fort. Die Daten werfen neue Fragen zu Nutzen und Risiko in der Palliativversorgung auf.
Sexuelle Gesundheit stärken: Hessen setzt auf Prävention, HPV-Impfung und niedrigschwellige Testangebote. ©tiagozr/stock.adobe.com
Wackelt die Kontraindikation?

Testosterontherapie nach Prostatektomie bei niedriggradigem Karzinom – neuer Diskussionsstoff

Eine randomisierte Phase-II-Studie weckt Zweifel an der strikten Kontraindikation für eine Testosterontherapie nach einer Prostatektomie aufgrund eines Prostatakarzinoms. Bei sorgfältig ausgewählten Männern mit niedriggradigem Tumor nach Prostatektomie verbesserten sich sexuelle Aktivität, Stimmung und körperliche Leistungsfähigkeit – ohne biochemisches Rezidiv im Beobachtungszeitraum. Doch das Studienkollektiv war klein, das Follow-up kurz – reicht dies aus, um das Vorgehen in der Praxis anzupassen?
llustration des menschlichen Darms mit hervorgehobenem Tumor im Dickdarm
Umweltgifte und Krebs

Darmkrebs bei Jüngeren: Pestizid Picloram als neuer Risikofaktor identifiziert

Steigt das Darmkrebsrisiko durch Pestizide? In Tumoren von Patienten unter 50 Jahren fanden sich gehäuft epigenetische Spuren des Unkrautvernichters Picloram – verbunden mit einem 1,56-fach erhöhten Erkrankungsrisiko. Auch Glyphosat, Atrazin und andere Herbizide gerieten dabei ins Visier der Forscher.
Abstrakte Darstellung eines weiblichen Oberkörpers mit blau leuchtenden, digitalen Linien und hervorgehobener Brustregion vor dunklem Hintergrund, ergänzt durch grafische Lichteffekte.
Weniger ist mehr

Frühes Mammakarzinom: PAM50-Test ermöglicht einen Verzicht auf Chemotherapie

Beim frühen ER+/HER2-negativen Mammakarzinom liefert die auf dem dem diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology, dem ASCO 2026, vorgestellte OPTIMA-Studie überzeugende Evidenz für eine personalisierte Therapiesteuerung: Bei Patient*innen ab 40 Jahren mit bis zu 9 befallenen Lymphknoten kann anhand des PAM50-Tests (ROR ≤60) in vielen Fällen sicher auf eine Chemotherapie verzichtet werden – ohne Einbußen beim krankheitsfreien Überleben.
Junge Frau mit Kopfhörern bei einer Videositzung am Laptop
Raus aus dem Grübeln – rein ins Handeln

Schritt für Schritt aus der Krise: Problemlösen hilft bei Krebs

Junge Erwachsene mit Krebs profitieren deutlich von einem strukturierten Probremlösungs-Training, wie es beispielsweise das Programm Bright IDEAS-YA anbietet. Sechs Videositzungen senken Angst und Depression messbar und steigern die Lebensqualität – ein niedrigschwelliger Baustein für die psychoonkologische Versorgung junger Krebspatienten.
DBLCD: 3D-Illustration maligner B-Zell-Cluster
Progressionsrisiko um 25 % gesenkt

DLBCL-Erstlinie: Tafasitamab plus Lenalidomid schlägt R-CHOP-Standard

Die auf dem ASCO-Kongress 2026 präsentierte Phase-III-Studie frontMIND zeigt erstmals seit über 20 Jahren eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Erstlinienstandard R-CHOP beim diffus großzelligen B-Zell-Lymphom. Die Ergänzung um Tafasitamab plus Lenalidomid senkt das Progressions- oder Sterberisiko um 25 % – konsistent über ABC- und GCB-Subtypen hinweg. Damit rückt für Patienten mit Hochrisiko-DLBCL ein neuer Therapiestandard in greifbare Nähe.
Bücherstapel mit Doktorhut:
Schützt Bildung vor Darmkrebstod?

Darmkrebs: Geringe Bildung verdoppelt das Mortalitätsrisiko junger Erwachsener

Wer keinen Hochschulabschluss hat, stirbt deutlich häufiger an Darmkrebs – das belegt eine Analyse mit über 101.000 jungen Erwachsenen. Einkommen, Ernährung und medizinische Versorgung sind die Faktoren, die wahrscheinlich eine tragende Rolle für diesen Zusammenang spielen. Sollte der Bildungsstand daher stärker als bisher als Risikomarker in Präventionsstrategien einfließen?
Mehrere Hände halten farbige Schleifen vor rosa Hintergrund:
Wer ist besonders gefährdet?

Wachsende Gruppe von Krebsüberlebenden – wachsendes Risiko für Zweittumoren

Um rund 22% wird die Zahl der Krebsüberlebenden in den nächsten 10 Jahren steigen, so US-amerikanische Schätzungen. Eine überstandene Krebserkrankung bedeutet aber bekanntermaßen nicht automatisch Entwarnung. Alter, Geschlecht und die erste Tumorart beeinflussen maßgeblich, wie hoch das Risiko für einen weiteren, unabhängigen Krebs ist - eine Erkenntnis, die wichtige Impulse für eine gezieltere Nachsorge liefert.
Person in ruhiger Meditationshaltung auf einer Yogamatte
Krebs besiegt – Lebensqualität gewonnen

Yoga statt Tabletten: Bessere Schlafqualität, weniger Fatigue und Angst

Sanftes Yoga zeigt in der onkologischen Nachsorge bemerkenswerte Effekte: Bereits 2 Yoga-Sitzungen pro Woche können Schlafstörungen, Fatigue, Angst und Stimmungsstörungen messbar lindern – und damit eine nicht medikamentöse Option für gleich 4 zentrale Folgesymptome eröffnen, wie jetzt auf dem ASCO Annual Meeting 2026 zu hören war. Damit sei Yoga ein kostenkünstiger und niederschwelliger nicht medikamentöser Ansatz, der Krebsüberlebenden aktiv angetragen werden sollte, so das Fazit der Autorinnen und Autoren der präsentierten Studie.
Mehrere weiße Tassen mit klarer, gelblicher Gemüsebrühe
Fasten gegen Chemoresistenz

Ovarialkarzinom: Kurzzeitfasten verdreifacht Chemo-Ansprechen

Kurzzeitfasten und Ovarialkarzinom: Beim fortgeschrittenen, high-grade serösen Ovarialkarzinom (HGSOC) gilt Insulin als möglicher Treiber von Tumorprogression und Chemoresistenz. Kurzzeitfasten (short-term fasting, STF) könnte über eine Suppression insulingetriebener Survival-Signale die Wirksamkeit zytotoxischer Therapien steigern – belastbare klinische Daten fehlten dazu bislang. Eine jetzt auf dem Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellte Pilotstudie aus Rom liefert nun erstmals einen klaren Hinweis: Fasten wirkt.
Zusätzlicher Schutzmechanismus?

GLP-1-Agonisten bei Brustkrebs: Bessere Überlebensraten bei Adipositas und Diabetes

Brustkrebspatientinnen können mit einer Therpaie mit GLP-1-Rezeptorantagonisten ihr Rezidiv- und Mortalitätsraten reduzieren – sofern sie gleichzeitig stark übergewichtig oder an einen Typ-2-Diabetes erkrankt sind. Damit wird die Substanzklasse durchaus onkologisch interessant, auch wenn die aktuelle Studienlage noch keine Aussagen darüber zulässt, ob der Effekt rein auf die metabolische Kontrolle durch die „Abnehmspritze" zurückzuführen ist, oder ob eventuell auch darüber hinausgehende Schutzeffekte eine Rolle spielen.