Double-Expressor-Lymphome mit Koexpression von MYC und BCL2 gelten unter R-CHOP als prognostisch ungünstig. Die Phase-III-Studie DEB zeigt nun: Die zusätzliche Gabe des oralen Histon-Deacetylase-Inhibitors Tucidinostat senkt das Risiko für Progress, Rezidiv oder Tod signifikant – bei beherrschbarem Nebenwirkungsprofil und höherer kompletter Remissionsrate.
Tucidinostat plus R-CHOP: Neue Erstlinienoption beim Double-Expressor-DLBCL?
Das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist die häufigste lymphatische Neoplasie und biologisch ausgesprochen heterogen. Mit der Standard-Immunchemotherapie aus Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison (R-CHOP) lassen sich zwar mehr als 60 % der Patienten dauerhaft heilen, doch etwa ein Drittel spricht primär nicht an oder erleidet ein Rezidiv.
Besonders ungünstig ist die Prognose bei Patienten mit einem sogenannten Double-Expressor-Lymphom (DEL), das durch eine Koexpression der Onkoproteine MYC und BCL2 definiert ist und 20–35% der DLBCL-Fälle ausmacht. MYC treibt die unkontrollierte Zellproliferation, BCL2 blockiert die Apoptose – die Kombination verleiht den Lymphomzellen einen Überlebensvorteil und macht sie resistenter gegenüber zytotoxischen Substanzen. Eine eigens für diese Risikogruppe etablierte Erstlinientherapie fehlte bislang.
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