Startseite Alle Beiträge Medizin & Gesundheitssystem Im hohen Norden erkranken weniger an Diabetes als im Bundesschnitt
Achtung: die Dynamik nimmt zu

Im hohen Norden erkranken weniger an Diabetes als im Bundesschnitt

|von dpa

Schleswig-Holstein weist bundesweit vergleichsweise niedrige Diabetesraten auf. Dennoch nimmt die Zahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes kontinuierlich zu. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Diabetesmedikamente erheblich schneller als die Fallzahlen. Neue Zahlen der AOK NordWest zum Welt-Diabetes-Tag zeigen deutliche regionale Unterschiede.

Nahaufnahme einer Blutzuckermessung: Eine Person hält ein Blutzuckermessgerät, während an einer Fingerkuppe ein Blutstropfen zur Messung des Glukosewerts entnommen wird.
Schleswig-Holstein weist bundesweit vergleichsweise niedrige Diabetesraten auf. Dennoch nimmt die Zahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes kontinuierlich zu. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Diabetesmedikamente erheblich schneller als die Fallzahlen. Neue Zahlen der AOK NordWest zum Welt-Diabetes-Tag zeigen deutliche regionale Unterschiede. (© Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Bei der chronischen Erkrankung Diabetes mellitus Typ 2 steht Schleswig-Holstein deutlich besser da als Deutschland im Durchschnitt. Dennoch steigt die Zahl der Betroffenen auch im Norden von Jahr zu Jahr, wie aus Zahlen der Krankenkasse AOK NordWest zum Welt-Diabetes-Tag am 14. November hervorgeht.

Regionale Prävalenz in Schleswig-Holstein variiert deutlich

Danach waren im Jahr 2024 rund 235.300 Menschen ab 20 Jahren in Schleswig-Holstein an einem Typ-2-Diabetes erkrankt. Das waren 2,4% mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2017 betrug der Anstieg 13,2%, wie die Krankenkasse mitteilte.

2024 waren in Schleswig-Holstein 9,7% der Bevölkerung an einem Typ-2-Diabetes erkrankt. Der Bundesdurchschnitt lag bei 11,2%. Innerhalb des nördlichsten Bundeslandes gibt es große regionale Unterschiede. So waren in Flensburg 6,7% der Einwohner betroffen, im Kreis Steinburg aber 11,3%.

Arzneimittelkosten wachsen schneller als Fallzahlen

Die Ausgaben für Diabetes-Medikamente steigen in Schleswig-Holstein deutlich schneller als die Zahl der Erkrankten. Allein 2024 seien die Ausgaben für alle gesetzlich Krankenversicherten um 11,3% auf 116,8 Millionen Euro gestiegen. Im 5-Jahres-Vergleich betrug die Steigerung rund 51%.

Da die Erkrankung gefährliche Begleit- und Folgeerkrankungen nach sich ziehen könne, dürfe man bei der Diabetesprävention nicht nachlassen, so der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann. Neben dem Alter und einer erblichen Veranlagung spielten Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress oder ungesunde Ernährung eine große Rolle.

Volkskrankheit mit wachsender Bedeutung

In Deutschland erkranken nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft jährlich mehr als eine halbe Million Erwachsene neu an Diabetes. Aktuell leben den Angaben zufolge etwa 8,7 Millionen Menschen mit dieser Erkrankung. Rund 95%t von ihnen haben Typ-2-Diabetes.


Mehr zum Thema

Kostenlos registrieren und profitieren

✅ Erweiterter Zugang zu exklusiven News-Beiträgen und Fachwissen

✅ Persönlicher Newsfeed passend zu Ihren Interessen und Schwerpunkten

✅ Thieme Account für Single-Sign-On (SSO) in digitalen Thieme Produkten


Thieme Praxis App jetzt kostenlos installieren und nichts mehr verpassen

Im App Store laden
Logo Google Play
Bei Google Play laden
Im App Store laden
Logo Google Play
Bei Google Play laden