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Ein Arzt füllt einen Impfpass in einer kommunal organisierten Impfstelle aus.
Corona-Impfsaison startet schon im Spätsommer

Corona-Impfung: STIKO empfiehlt jährlichen Booster erst ab 75 Jahren

Die STIKO hat ihre Corona-Impfempfehlung grundlegend überarbeitet: Gesunde Erwachsene unter 75 Jahren brauchen künftig keinen jährlichen Booster mehr. Doch das ist nicht die einzige Neuerung: Die Risikogruppen, denen eine Impfung empfohlen wird, bleiben zwar weitgehend unverändert – neu ist jedoch der Zeitpunkt. Die STIKO rät, bereits im Spätsommer mit dem Impfen zu beginnen, um den optimalen Schutz zu Beginn der Coronawelle zu gewährleisten. Sie können also bald starten und Ihre Patienten gezielt ansprechen, um die Impfsaison einzuläuten.
Strichzeichnung eines menschlichen Kopfprofils mit dargestelltem Gehirn. Vor dem Kopf befinden sich ein Teller, eine Gabel und ein Messer.
Erste zielgerichtete Therapieoption

Deutliches BMI-Minus bei hypothalamischer Adipositas

Nach Tumoren, Operationen oder Verletzungen im Hypothalamus entwickeln viele Betroffene eine kaum beherrschbare Adipositas mit extremem Hunger – klassische Therapien greifen selten. In der Phase-III-Studie TRANSCEND senkte der Melanocortin-4-Rezeptor-Agonist Setmelanotid den BMI nach 52 Wochen um 16,5%, während er unter Placebo um 3,3% stieg. Auch das Hungergefühl ging signifikant zurück. Damit steht erstmals eine gezielte medikamentöse Option zur Verfügung.
Ein medizinischer Monitor zeigt zwei Mammografieaufnahmen der Brust; im Hintergrund ist eine Person während einer Untersuchung in einer radiologischen Umgebung zu sehen.
Schnellere Diagnose, schnelle Krebsresektion

KI verkürzt Wartezeit bis zur Brustkrebsdiagnose drastisch

Könnte wochenlanges Warten auf die Brustkrebsdiagnose bald der Vergangenheit angehören? Das KI-Modell Mirai identifiziert Hochrisikopatientinnen direkt nach der Mammografie und ermöglicht eine Abklärung noch am selben Tag. In einer US-Studie sank die Zeit bis zur Biopsie von über 2 Monaten auf weniger als 10 Tage – bei einer Krebsdetektionsrate von 60/1.000.
Fettleber-Diagnostik

Alkoholbedingte Leberschäden: Neuer MAPI-Score verbessert Diagnostik

Steatotische Lebererkrankungen gehören zu den weltweit häufigsten Lebererkrankungen. Ein neu entwickelter Biomarker-Score (MAPI) unterscheidet anhand einfacher Laborparameter zuverlässig zwischen metabolisch und alkoholisch bedingter Fettleber – und übertrifft etablierte indirekte Alkoholmarker in der diagnostischen Treffsicherheit.
Impfstoff-Ampullen mit Spritze
Vorschläge zur Entschärfung

Sanofi bietet EU-Kommission Zusagen im Kartellverfahren zu Grippeimpfstoff an

Im Streit um die Vermarktung von Grippeimpfstoffen geht Sanofi auf die EU-Kommission zu. Der Pharmakonzern schlägt Änderungen an seiner Kommunikation in Deutschland und Frankreich vor, nachdem Brüssel den Verdacht geprüft hatte, der Sanofi-Impfstoff sei gegenüber einem Konkurrenzprodukt irreführend als überlegen dargestellt worden. Nun können Betroffene und Interessierte zu den Vorschlägen Stellung nehmen.
Mann mit Übergewicht greift nachtszum Sandwich aus dem Kühlschrank-
Hunger ohne Stopp-Signal

Hypothalamische Adipositas: Wenn das Sättigungssignal im Gehirn ausfällt

Rasche Gewichtszunahme, unstillbarer Hunger, kaum Sättigung – wenn nach Tumor, OP oder Trauma im Bereich des Hypothalamus die zentrale Steuerung der Nahrungsaufnahme kippt, greifen Diäten, GLP-1-Analoga und bariatrische Chirurgie oft zu kurz. Mit dem MC4R-Agonisten Setmelanotid steht erstmals eine gezielt zugelassene Therapieoption zur Verfügung. Die Erstattung bleibt allerdings ein ungelöstes Problem – die hypothalamische Adipositas gilt sozialrechtlich weiterhin als Lifestyle-Erkrankung.
Rotes Warnschild mit Ausrufezeichen und Aufschrift „Hitzewelle" vor blauem Himmel.
Sicher durch die Hitze

CALOR-Liste: Praxishilfe für hitzesensible Medikationsanpassung

Hitzewellen werden häufiger – und viele Dauermedikamente erhöhen bei hohen Temperaturen das Risiko für Dehydratation, Elektrolytstörungen oder Nierenversagen. Die neue CALOR-Liste aus dem Projekt ADAPT-HEAT bündelt evidenzbasierte und konsentierte Hinweise zu 27 hitzerelevanten Wirkstoffklassen. Sie unterstützt Praxisteams dabei, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren, Beratung zu strukturieren und Monitoring gezielt anzupassen – ohne die Grundtherapie zu gefährden.
Whiskyglas, Tabletten in unterschiedlichen Farben, Cannabisblüten und weißes Pulver in einem Plastikbeutel sowie eine aufgerollte Banknote auf einem Holztisch – Symbolbild für Mischkonsum von Alkohol, Medikamenten und illegalen Drogen.
Riskanter Mix

Ältere konsumieren immer öfter Alkohol mit Cannabis und Medikamenten

Knapp die Hälfte der 60- bis 99-Jährigen greift regelmäßig zu Alkohol, fast 10% berichten von Rauschtrinken – und der Konsum bleibt selten allein: Cannabis, Nikotin, Schmerzmittel und Stimulanzien kommen häufig hinzu. Mischkonsum, körperliche Schmerzen und psychische Belastungen sind eng verknüpft. Gerade körperlich und kognitiv vitale Senioren mit aktivem sozialem Leben tragen ein erhöhtes Risiko – werden im klinischen Alltag jedoch selten als suchtgefährdet wahrgenommen.
Abstrakte Darstellung der Strahlentherapie bei Brustkrebs
Therapiestandards

Brustkrebs-Bestrahlung in einer Woche: 26 Gy als neuer Standard

Eine randomisierte Studie mit über 4.100 Patientinnen belegt nach zehn Jahren, dass ein einwöchiges Bestrahlungsschema mit 26 Gy in fünf Fraktionen dem klassischen dreiwöchigen 40-Gy-Regime in Effektivität und Verträglichkeit nicht unterlegen ist. Was das für die adjuvante Brustkrebstherapie bedeutet.
Schreibtisch mit Laptop, der den Schriftzug Kolumne trägt
Christines Kolumne

Oh Krankenschein, mein Krankenschein, wo bist du nur geblieben?

Es klingt ja schon fast zu blöd, um wahr zu sein. Oder, um es mit Vince Ebert zu sagen (dieser Physiker-Komiker, Sie wissen schon) Wot se fack, Deutschland. Krankschreibung ab Tag eins - Blacky Merz ist da gnadenlos - und nicht nur die AU muss ab Tag 1 vorliegen, sondern die telefonische Krankschreibung soll auch gleich weg.
In der Diagnostik der Radiologie der Universitätsmedizin Rostock wird mit Hilfe der Magnetresonanztomographie ein Tumor festgestellt.
Zahl der Neuerkrankungen könnte sich fast verdoppeln

WHO warnt vor drastischem Anstieg der Krebs-Diagnosen bis 2050

Krebs könnte sich in den kommenden Jahrzehnten zu einer noch größeren globalen Herausforderung entwickeln: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet bis 2050 mit rund 35 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr – fast doppelt so vielen wie heute. Neben Rauchen und Alkoholkonsum geraten vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel in den Fokus. Zugleich kritisiert die WHO gravierende Unterschiede bei Früherkennung, Behandlung und Überlebenschancen weltweit.
Grafische Darstellung mit zahlreichen ineinander liegenden Symbolen für weiblich und männlich in Blau und Rosa auf unscharfem Hintergrund.
Organschutz ungleich verteilt

Gender Health Gap in der Diabetologie: Systemisches Defizit, kein Einzelfall

Frauen mit Typ-2-Diabetes erhalten lebensverlängernde, organschützende Therapien deutlich seltener als Männer – trotz häufig sogar größerem Nutzen. Real-World-Daten zeigen ein systematisches Versorgungsdefizit. Gleichzeitig belegt ein datenbasiertes Modell: Geschlechtersensible Präzisionsmedizin kann Therapieversagen um 38% reduzieren und Komplikationen wirksam senken.