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Dermatologische Untersuchung der Haut am Arm mit dem Tablet
Nützlich sind die Algorithmen trotzdem

Hautkrebsdiagnostik: Berufserfahrung schlägt Künstliche Intelligenz

Moderne KI-Modelle sind nicht per se diagnostisch genauer als Hautärzte. Zumindest erfahrene Dermatologen übertreffen moderne KI-Modelle weiterhin in Genauigkeit und Sensitivität. Nützlich sind die Algorithmen trotzdem: Insbesondere weniger erfahrene Diagnostiker könnten von einer KI-Unterstützung profitieren. Die Zukunft liegt daher offenbar nicht im Wettstreit, sondern in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.
Chemische Strukturformel von Semaglutid auf hellem Papier, auf der die Abkürzung „GLP-1“ mit einem roten Holzfarbstift kreisförmig markiert ist. Darüber der Schriftzu g GLP-1
Real-World-Daten

Abgesetzt, wieder aufgenommen – ein häufiges Muster der GLP-1-RA-Therapie bei Diabetes

GLP-1-Rezeptoragonisten sind aus der Typ-2-Diabetes-Therapie kaum mehr wegzudenken – doch im Versorgungsalltag setzen viele Betroffene die Präparate früh ab: Im ersten Jahr sind dies 4 von 10 der Behandelten, nach 2 Jahren sogar etwa 6 von 10, so eine aktuelle Analyse US-amerikanischer Versichertendaten, präsentiert auf der Jahrestagung der Endocrine Society (ENDO) 2026 in Chicago. Dabei haben sich gastrointestinale Nebenwirkungen als eine der zentralen modifizierbaren Stellschrauben herauskristallisiert. Immerhin: Mehr als die Hälfte der Abbrecher startet ihre GLP-1-RA-Therapie innerhalb von 12 Monaten erneut.
Die trabekuläre Knochenstruktur im Hüftgelenk bei Osteoporose.
Notwebduge Sekundärprävention hat Vorrang

Grünes Licht für frühe Osteoporosetherapie nach Fragilitätsfrakturen

Nach einer Fragilitätsfraktur wird die medikamentöse Osteoporosetherapie oft verzögert oder pausiert – aus Sorge vor Heilungsstörungen. Diese Sorge scheint jedoch unbegründet; diesen Schluss lässt eine aktuelle Metaanalyse zu: Bisphosphonate beeinträchtigen demnach weder die Zeit bis zur Knochenheilung noch die Rate an Pseudarthrosen. Teriparatid könnte die Frakturheilung sogar um durchschnittlich 3 Wochen verkürzen. Die Sekundärprävention sollte daher zeitnah eingeleitet oder fortgeführt werden.
Tablette und Glas Wasser werden von einer Krankenschwester an einen Patienten gereicht
Nur noch 52 Dosen im Jahr

Wöchentliche HIV-Tablette ebenbürtig zur täglichen Standardtherapie

Eine wöchentlich einzunehmende orale Kombinationstherapie aus Islatravir und Lenacapavir hält die Viruslast bei HIV-1-Patienten ebenso zuverlässig unter der Nachweisgrenze wie die etablierte tägliche Dreifachkombination Bictegravir–Emtricitabin–Tenofoviralafenamid. Nach 48 Wochen erreichten 93,4 % der Patienten unter dem Wochenregime eine anhaltende virologische Suppression – bei vergleichbarem Sicherheitsprofil und deutlich höherer Adhärenz. Die Phase-III-Studie ISLEND-1 eröffnet damit eine neue Perspektive gegen „pill fatigue“ in der lebenslangen HIV-Therapie.
Ein Arzt sitzt an seinem Schreibtisch.
Medizinernachwuchs

Niederlassung: 71 Prozent der Medizinstudierenden wollen eigene Praxis

Niederlassung als Berufsziel: 71 Prozent der Medizinstudierenden in Sachsen können sich eine eigene Praxis vorstellen – ein Großteil auch auf dem Land. Eine TK-Befragung zeigt, welche Bedingungen den Nachwuchs überzeugen, warum Vereinbarkeit von Familie und Beruf so wichtig ist und wo Politik und Fakultäten jetzt gezielt nachbessern müssen.
Lunge rot leuchtend als graphisches Element in einem KI-Avatar
Screening-Lücke bei Nichtrauchern

Lungenkrebs-Screening in Asien: Kriterien verfehlen Mehrheit der Nichtraucherinnen

In Südkorea erfüllen nur gut ein Drittel aller neu diagnostizierten Lungenkrebspatienten die internationalen Kriterien für ein LDCT-Screening – bei den Frauen sind es sogar nur 2,3%. 44,1% aller Betroffenen haben nie geraucht und zeigen trotz häufig späterer Diagnose ein signifikant besseres Überleben als die screeningberechtigte Gruppe. Eine nationale Kohortenstudie mit knapp 90.000 Erkrankten legt die Grenzen rauchbasierter Eignungskriterien offen und fordert populationsspezifische Strategien zur Früherkennung jenseits der klassischen Risikogruppen.
Ein Kind trägt ein rotes T-Shirt und blaue Jeans und hält sich mit beiden Händen den Bauch, was auf Bauchschmerzen hinweist.
Defektes Gen lässt Darmschleimhaut versagen

Morbus Crohn bei Kindern: Internationales Team findet bislang unbekannte Genursache

Warum manche Kinder besonders schwer an Morbus Crohn erkranken, war lange unklar. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des LMU Klinikums hat jetzt mit BIRC3 ein bislang unbekanntes Krankheitsgen entlarvt. Der Befund eröffnet neue diagnostische Wege für betroffene Familien und liefert einen vielversprechenden Ansatzpunkt für zielgerichtete Therapien.
Nahaufnahme eines Auges mit digitaler Analyse-Overlay
Gemeinsame biologische Mechanismen

Altersbedingter Sehverlust korreliert mit leicht erhöhtem Krebsrisiko

Augenerkrankung oder Hinweis auf mehr? Menschen mit neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration erkranken etwas häufiger an bestimmten Krebsarten. Eine Ursache könnten gemeinsame biologische Mechanismen beider Erkrankungen sein. Konsequenzen für die Krebsfrüherkennung oder Präventionsstrateg sind aber eher nicht zu erwarten.
Alte Frau steht mit Krankenschwester am Fenster
Palliativversorgung Krebs

Aktualisierte S3-Leitlinie Palliativmedizin: Angehörige und Spiritualität neu im Fokus

Palliativmedizin bei Krebs: Die aktualisierte S3-Leitlinie erweitert die Empfehlungen um zwei neue Themenbereiche – die multiprofessionelle Unterstützung von Angehörigen und die Integration spiritueller Bedürfnisse. Zudem wurden Empfehlungen zu Atemnot, Tumorschmerzen, opioidbedingter Obstipation und Fatigue systematisch überarbeitet.
Niere
Neuer Biomarker fürs ccRCC

14q-Deletion und EDNRB sagen Immuntherapie-Ansprechen beim Nierenzellkarzinom vorher

Beim klarzelligen Nierenzellkarzinom fehlen bislang verlässliche prädiktive Marker für eine Immuncheckpoint-Blockade. Eine multi-omische* Analyse an 825 Patientenproben zeigt jetzt: Die 14q-Deletion geht mit einer aberranten NF-κB-Aktivierung, verstärkter CD8+-T-Zell-Infiltration und einer einzigartigen EDN1-EDNRB-Achse zwischen Tumor- und dendritischen Zellen einher. Die Kombination aus 14q-Status und EDNRB-Expression ermöglicht eine deutlich bessere Vorhersage des progressionsfreien Überlebens unter Nivolumab als etablierte Marker.
Nordrhein-Westfalen, Kleve: Der Angeklagte (r) sitzt im Gerichtssaal und bekommt die Handschellen abgenommen. Er soll sich mit gefälschten Urkunden eine Anstellung als Notfallsanitäter erschlichen und Patienten durch falsche Behandlung in Gefahr gebracht haben. Ein Patient ist gestorben. Die Anklage lautet Totschlag, gefährliche Körperverletzung sowie Urkundenfälschung.
Bundesgerichtshof

Falscher Notfallsanitäter: Revision gegen zehn Jahre Haft beim BGH

Der 30-Jährige hatte sich mit gefälschten Dokumenten Einsätze im Rettungsdienst erschlichen – ein Patient starb. Nun liegt der Fall beim Bundesgerichtshof: Die Verteidigung legte Revision aus formellen und materiellen Gründen ein. Der Vorsitzende Richter sprach von „gemeingefährlicher Hochstapelei".
Thermometer vor Himmel mit Wolken im Hintergrund.
Wenn Hitze zur Stoffwechselfalle wird

Hitze treibt Hypoglykämierisiko bei Typ-1-Diabetes nach oben

Heiße Sommertage sind für Menschen mit Typ-1-Diabetes mehr als eine Belastung – sie sind ein echtes Stoffwechselrisiko. Besonders auffällig: Der Effekt setzt bereits am ersten Hitzetag ein und klingt in den Folgetagen nur langsam wieder ab. Bei Menschen mit niedrigen HbA1c-Werten oder eingeschränkter Hypoglykämiewahrnehmung empfiehlt sich daher eine vorausschauende Anpassung der Basalinsulindosis, sobald Hitze angekündigt ist. Bemerkenswert: Auch Kälte erhöht das Hypoglykämierisiko – allerdings deutlich schwächer als hohe Temperaturen.