Startseite Alle Beiträge Innere Medizin GLP-1-Therapien oder MRA – Was schützt die Niere besser bei Typ-2-Diabetes?
Nierenschutz im direkten Vergleich

GLP-1-Therapien oder MRA – Was schützt die Niere besser bei Typ-2-Diabetes?

|von Stephanie Schikora

Typ-2-Diabetes ist die häufigste Ursache einer chronischen Nierenerkrankung. Doch welche Add-on-Therapie bremst die Verschlechterung der Nierenfunktion wirksamer: inkretinbasierte Therapien wie Semaglutid, Dulaglutid oder Tirzepatid oder der Mineralokortikoid-Rezeptorantagonist Finerenon? Eine internationale Real-World-Analyse liefert erstmals einen direkten Vergleich: Nach bis zu 2,5 Jahren hatte die inkretinbasierte Therapie einen leichten Vorteil, der absolute Unterschied blieb jedoch gering.

Grafische Illustration mit mehreren an Fäden aufgehängten Kugeln vor violettem Hintergrund. Eine rote Kugel trägt die Aufschrift „Diabetes“, eine dunkle Kugel die Aufschrift „Kidney Disease“. Die Kugeln sind wie ein Newton-Pendel angeordnet
GLP-1-Rezeptoragonisten und Tirzepatid zeigen bei Typ-2-Diabetes mit chronischer Nierenerkrankung im Vergleich zu Finerenon ein geringeres relatives Risiko für ein Nierenversagen. (© GoodIdeas/stock.adobe.com)

Jetzt kostenlos registrieren bzw. einloggen und den gesamten Artikel freischalten.

Rund jeder zweite Fall eines terminalen Nierenversagens in Industrieländern ist auf Typ-2-Diabetes zurückzuführen – damit gilt die Erkrankung als häufigste Ursache einer chronischen Nierenerkrankung. Zur Behandlung empfehlen die aktuellen Leitlinien der American Diabetes Association (ADA) und der Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) neben Lebensstilveränderungen und einer guten Blutzuckereinstellung vor allem 2 Wirkstoffklassen als Basis: Hemmsoffe des Renin-Angiotensin-Altodsteron-Systems, kuirz RAAS-Inhibitoren, und SGLT2-Hemmer (SGLT2: sodium glucose linked transporter 2). Ergänzend stehen 3 weitere Therapieoptionen zur Verfügung:

  • GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1: Glucagon-like Peptide-1),
  • duale GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten (GIP: Glucose-dependent Insulinotropic Polypeptide) und
  • den nicht steroidaler Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten MRA) Finerenon.

Direkte Vergleichsstudien zwischen diesen Add-on-Substanzklassen fehlen bislang. Im klinischen Alltag muss jedoch häufig – etwa aus Kosten-, Komorbiditäts- oder Präferenzgründen – zwischen den verfügbaren Optionen abgewogen werden. Eine Datenlücke, die in der Praxis durchaus relevant ist.

Erstmals im direkten Vergleich: Inkretine gegen MRA

Eine Arbeitsgruppe aus Jerusalem wertete im Rahmen einer retrospektiven Kohortenstudie Daten aus dem globalen TriNetX-Netzwerk aus – einem Verbund von über 170 Gesundheitseinrichtungen weltweit. Verglichen wurden die Nieren-Outcomes von Patienten, die entweder einen GLP-1- oder GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten (Semaglutid, Dulaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid) neu erhalten hatten, mit jenen unter Finerenon.

Eingeschlossen wurden Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und einer chronischen Nierenerkrankung im Stadium 3 oder 4, die ihre Therapie zwischen dem 9. Juli 2021 – dem Tag der Zulassung von Finerenon durch die Food and Drug Administration (FDA) – und dem 1. November 2025 begonnen hatten. Um die Vergleichbarkeit beider Gruppen sicherzustellen, wurden die Teilnehmenden anhand von 39 Ausgangsmerkmalen statistisch angeglichen – jeweils eine Person aus der einen Gruppe wurde einer möglichst ähnlichen Person aus der anderen Gruppe zugeordnet (1:1-Propensity-Score-Matching). Die finale Kohorte umfasste 4554 Personen: 43,3% waren Frauen, das mittlere Alter lag bei 70,7 Jahren, die mittlere geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) betrug 39,4 ml/min/1,73 m², der mittlererHbA1c-Wert 6,9% (52 mmol/mol).

Als primärer Endpunkt wurde das Erreichen eines schwerwiegenden Nierenversagens gewertet – also ein terminales Nierenversagen (ESKD), CKD-Stadium 5 oder eine Dialysepflichtigkeit. Daneben flossen mehrere sekundäre Endpunkte in die Auswertung ein: das gemeinsame Auftreten von Nierenversagen und Tod, akutes Nierenversagen sowie die Frage, wie sich die Nierenfunktion – gemessen an der eGFR – über den 2,5-jährigen Beobachtungszeitraum veränderte.

Artikel kostenlos freischalten und weiterlesen

Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu exklusiven Artikeln auf Thieme Praxis. Registrieren Sie sich jetzt kostenlos mit wenigen Klicks – oder nutzen Sie Ihren bestehenden Thieme Account.


Mehr zum Thema

Kostenlos registrieren und profitieren

✅ Erweiterter Zugang zu exklusiven News-Beiträgen und Fachwissen

✅ Persönlicher Newsfeed passend zu Ihren Interessen und Schwerpunkten

✅ Thieme Account für Single-Sign-On (SSO) in digitalen Thieme Produkten


Thieme Praxis App jetzt kostenlos installieren und nichts mehr verpassen

Im App Store laden
Logo Google Play
Bei Google Play laden
Im App Store laden
Logo Google Play
Bei Google Play laden