Wer mit Typ-2-Diabetes regelmäßig lange schläft, könnte ein erhöhtes Risiko für eine diabetische Nephropathie tragen. Im Verlauf von 6 Jahren entwickelten Menschen mit Typ-2-Diabetes umso häufiger eine neu auftretende oder fortschreitende Nierenschädigung, je länger sie schliefen. Besonders ausgeprägt war dieser Zusammenhang bei älteren Betroffenen und bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion. Eine kurze Schlafdauer zeigte diesen Zusammenhang nicht.
Lange Schlafdauer erhöht das Risiko für diabetische Nephropathie bei Typ-2-Diabetes
Die diabetische Nephropathie (DN) zählt zu den häufigsten und schwerwiegendsten Komplikationen des Diabetes mellitus und betrifft rund 30–40 % der Betroffenen. Sie ist eng mit der Entwicklung einer terminalen Niereninsuffizienz sowie einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert. Während modifizierbare Faktoren wie Ernährung, körperliche Aktivität, Rauchen und Alkoholkonsum längst im Fokus der Prävention stehen, rückt zunehmend auch der Schlaf als potenziell relevanter Lebensstilfaktor in den Blick.
Bisherige Querschnittsstudien hatten Hinweise geliefert, dass sowohl zu kurzer als auch zu langer Schlaf bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Nierenfunktion beeinträchtigen kann – erkennbar an einer verschlechterten Filtrationsleistung der Nieren und erhöhten Eiweißwerten im Urin. Belastbare Langzeitdaten, die speziell das Risiko einer diabetischen Nephropathie in den Blick nehmen, fehlten bislang jedoch weitgehend.
Prospektive Kohorte mit wiederholter Lifestyle-Erfassung
Eine japanische Arbeitsgruppe um Assoc. Prof. Fuki Ikeda, Tokio (Japan), hat nun 678 ambulant behandelte Erwachsene mit Typ-2-Diabetes im Alter von 25–69 Jahren prospektiv begleitet – im Durchschnitt über 6 Jahre. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob bei den Studienteilnehmenden im Verlauf eine diabetische Nephropathie neu auftrat oder sich eine bereits bestehende Nierenschädigung verschlechterte. Als Maßstab diente dabei die Eiweißausscheidung im Urin: Traten erstmals erhöhte Eiweißwerte (Mikroalbuminurie: 30–300 mg/g Kreatinin) auf oder stiegen diese auf ein noch höheres Niveau an (Makroalbuminurie: ≥ 300 mg/g Kreatinin), galt der Endpunkt als erreicht.
Lebensstilfaktoren wie Ernährung, körperliche Aktivität und Alkoholkonsum wurden ebenso erfasst wie der individuelle Chronotyp, die Schlafqualität und die selbst angegebene nächtliche Schlafdauer. Die Erhebungen fanden zu Studienbeginn sowie nach 2 und/oder 5 Jahren statt. Alle Faktoren flossen als zeitlich gemittelte Werte in statistische Modelle ein, die den Einfluss einzelner Variablen auf das Erkrankungsrisiko berechnen – sogenannte multivariable Cox-Regressionen.
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