Venöse Thromboembolien, ischämischer Schlaganfall, Myokardinfarkt – das thrombotische Risikoprofil einer menopausalen Hormontherapie (MHT) hängt entscheidend von Applikationsform, Dosis und Therapiedauer ab. Eine landesweite dänische Fall-Kontroll-Studie mit über 40.000 Ereignissen liefert nun differenzierte Zahlen zu oralen und transdermalen Präparaten mit Östradiol – und zeigt, wo die klinisch relevanten Grenzen zwischen niedrig- und hochdosierter Therapie tatsächlich verlaufen. Ein begleitendes Editorial mahnt zur Zurückhaltung bei pauschalen Entwarnungen.
Orale Östradioltherapie in der Menopause: Ab wann Thrombose und Infarkt zur realen Gefahr werden
Menopausale Hormontherapien werden bei belastenden vasomotorischen Symptomen zunehmend breiter eingesetzt – auch, weil die US-Zulassungsbehörde FDA 2025 die sogenannte Black-Box-Warnung von Hormonpräparaten entfernt hat. Umso wichtiger sind differenzierte Daten zu Applikationsform, Regime, Dosis und Dauer im Handel erhältlicher Präparate. Ein Team um Julie Berggreen hat dazu in einer landesweiten dänischen Fall-Kontroll-Studie eingebettet in eine Kohorte von über 1 Million Frauen zwischen 50 und 69 Jahren (2003–2021) die Assoziation zwischen aktueller MHT-Anwendung und dem Risiko für venöse Thromboembolien (VTE), ischämischen Schlaganfall und Myokardinfarkt untersucht. Eingeschlossen wurden 9.807 VTE-Fälle, 18.460 Schlaganfall-Fälle und 11.974 Infarktfälle, jeweils gematcht mit fünf Kontrollen pro Fall.
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