Nehmen Schmerzen mit dem Alter wirklich kontinuierlich zu? Eine globale Analyse lässt jetzt etwas anderes vermuten: Viele Schmerzformen erreichen ihren Höhepunkt bereits in der Lebensmitte und nicht erst im hohen Alter. Schmerzprävalenz und -intensität keinem linearen Alterungsprozess, sondern weisen je nach Lokalisation charakteristische Verläufe auf. Auch wenn gleichzeitig mit den Jahren die Zahl der betroffenen Körperregionen steigt, widerlegt die Studie die Vorstellung eines stetigen altersbedingten Schmerzanstiegs und identifiziert das junge und mittlere Erwachsenenalter als entscheidende Phase für die Schmerzprävention.
Schmerzen sind kein Altersproblem – die globale Schmerzkurve überrascht
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Wenn Du 50 Jahre alt bist und morgens ohne Schmerzen aufwachst, bist du tot! Ganz klar, dies ist nur ein dummer Spruch. Aber nicht selten werden Schmerzen mit einem höheren Lebensalter in Zusammenhang gebracht. Doch stimmt das wirklich? Zweifellos jedoch zählen Schmerzen zu den häufigsten Ursachen dafür, dass Menschen mit Einschränkungen leben müssen. Anders als viele andere Erkrankungen lässt sich Schmerz nicht im Labor messen – er existiert nur im Erleben der Betroffenen und kann allein über deren Selbstauskunft erfasst werden.
Bisherige weltweite Schätzungen, etwa im Rahmen der Global Burden of Disease (GBD), basieren vor allem auf ärztlichen Diagnosen und Modellrechnungen aus sehr unterschiedlichen Datenquellen. Das hat eine entscheidende Lücke hinterlassen: Wie sich Schmerz tatsächlich über ein ganzes Leben verteilt – und wo er auftritt, bevor Menschen überhaupt medizinische Hilfe suchen – blieb weitgehend im Dunkeln. Ein internationales Forschungsteam hat sich genau dieser Frage angenommen und erstmals globale Referenzkurven für selbstberichteten Schmerz über die gesamte Lebensspanne erstellt.
Harmonisierte Daten aus 118 Ländern
Die Autoren bündelten Daten von über 6,1 Millionen Menschen aus 118 Ländern – erhoben zwischen 1990 und 2025 in 902 verschiedenen Bevölkerungsstudien. Die Teilnehmenden waren zwischen 5 und über 100 Jahre alt, gut die Hälfte davon Frauen.
Gefragt wurde jeweils, ob Schmerzen an 11 Körperstellen bestehen: Kopf, Gesicht, Nacken und Schulter, Rücken, Hüfte, Knie, Fuß und Sprunggelenk, Hand und Handgelenk, Ellbogen, Brust sowie Bauch. Zusätzlich erfassten die Forschenden, wie stark die Schmerzen waren – als „hochintensiv“ galten Werte ab 7 auf einer Skala von 0 bis 10 – und ob ein weitverbreitetes Schmerzmuster vorlag, wie es für Fibromyalgie typisch ist.
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