Startseite Alle Beiträge Innere Medizin Tucidinostat plus R-CHOP: Neue Erstlinienoption beim Double-Expressor-DLBCL?
MYC- und BCL2-Koexpression

Tucidinostat plus R-CHOP: Neue Erstlinienoption beim Double-Expressor-DLBCL?

|von Stephanie Schikora

Double-Expressor-Lymphome mit Koexpression von MYC und BCL2 gelten unter R-CHOP als prognostisch ungünstig. Die Phase-III-Studie DEB zeigt nun: Die zusätzliche Gabe des oralen Histon-Deacetylase-Inhibitors Tucidinostat senkt das Risiko für Progress, Rezidiv oder Tod signifikant – bei beherrschbarem Nebenwirkungsprofil und höherer kompletter Remissionsrate.

Histologisches Bild eines diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL)
ie Phase-III-Studie DEB zeigt einen signifikanten Überlebensvorteil durch zusätzliche epigenetische Therapie mit Tucidinostat beim Double-Expressor-Lymphom. (© David A Litman/stock.adobe.com)

Das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist die häufigste lymphatische Neoplasie und biologisch ausgesprochen heterogen. Mit der Standard-Immunchemotherapie aus Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison (R-CHOP) lassen sich zwar mehr als 60 % der Patienten dauerhaft heilen, doch etwa ein Drittel spricht primär nicht an oder erleidet ein Rezidiv.

Besonders ungünstig ist die Prognose bei Patienten mit einem sogenannten Double-Expressor-Lymphom (DEL), das durch eine Koexpression der Onkoproteine MYC und BCL2 definiert ist und 20–35% der DLBCL-Fälle ausmacht. MYC treibt die unkontrollierte Zellproliferation, BCL2 blockiert die Apoptose – die Kombination verleiht den Lymphomzellen einen Überlebensvorteil und macht sie resistenter gegenüber zytotoxischen Substanzen. Eine eigens für diese Risikogruppe etablierte Erstlinientherapie fehlte bislang.

Artikel kostenlos freischalten und weiterlesen

Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu exklusiven Artikeln auf Thieme Praxis. Registrieren Sie sich jetzt kostenlos mit wenigen Klicks – oder nutzen Sie Ihren bestehenden Thieme Account.


Mehr zum Thema