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Gesundheitspolitik

Der Themenbereich „Gesundheitspolitik“ beleuchtet die zentralen Entwicklungen, die das Gesundheitssystem prägen und den beruflichen Alltag aller medizinischen Fachrichtungen beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen politische Entscheidungen, regulatorische Anpassungen sowie strukturelle Veränderungen, die Versorgung, Finanzierung, Vergütung und Organisation des Gesundheitswesens betreffen.

Damit bietet der Tag „Gesundheitspolitik“ einen klaren Überblick über die grundlegenden Mechanismen, Trends und Leitlinien, die das Gesundheitswesen steuern – und adressiert alle Berufsgruppen, die an einer fundierten Einordnung aktueller Entwicklungen interessiert sind.

Neuste Artikel

US-Präsident Donald Trump
Umstrittene US-Impfpolitik

Trump kürzt Kinderimpfungen: Weniger Empfehlungen, geteilte MMR-Impfung

Per Dekret reduziert US-Präsident Trump die zentralen Impfempfehlungen für Kinder auf elf Krankheiten und will den MMR-Kombinationsimpfstoff auf mehrere Termine aufteilen lassen. Gesundheitsminister Kennedy stützt den Kurs mit unbewiesenen Autismus-Thesen – während die Masernfälle in den USA auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten liegen und Ärzteverbände Alarm schlagen.
Ein Blick ins Wartezimmer einer Hausarztpraxis
Gesundheitsreform

Hausarzt als verpflichtende erste Anlaufstelle geplant

Mit der geplanten Primärversorgungsreform bahnt sich eine spürbare Verschiebung der Versorgungsströme an: Der Hausarztkontakt wird zum Regeleinstieg, während fachärztliche Leistungen künftig stärker gesteuert erfolgen dürften. Zugleich rücken interprofessionelle Teams mit Physician Assistants und Advanced Practice Nurses in den Fokus – das soll Delegationsspielräume erweitern, verändert aber auch Rollen- und Zuweisungsstrukturen im ambulanten Sektor.
Ein Schild mit der Aufschrift „ Praxis ist geöffnet“ hängt an der Eingangstür einer Arztpraxis.
Ambulante Versorgung

Kassenärzte warnen: Praxissuche wird für Patienten schwieriger

Die ambulante Versorgung steht immer stärker unter Druck: Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz rechnet mit einem jährlichen Honorarverlust von 90 Millionen Euro und warnt vor gravierenden Folgen des neuen Kassen-Spargesetzes. Besonders Pflegeheimversorgung, Kinderuntersuchungen und Praxisnachfolgen gerieten ins Wanken.
Carsten Linnemann (CDU), designierter Bundesgesundheitsminister und bisheriger CDU-Generalsekretär
An Warkens Arbeit anknüpfen

Linnemann als neuer Gesundheitsminister: «Ich traue mir das zu»

Carsten Linnemann übernimmt das Bundesgesundheitsministerium und stellt sich damit einer Aufgabe, die er im Mai selbst noch skeptisch sah. Der CDU-Politiker will an die Reformschritte seiner Vorgängerin Nina Warken anknüpfen und betont: Das Ressort sei zu einem der zentralen Reformressorts der Bundesregierung geworden.
Carsten Linnemann, CDU
Wechsel im Ministerium

Neuer Gesundheitsminister Linnemann: Reformdruck und geteilte Reaktionen

Mit Carsten Linnemann übernimmt ein bekennender Strukturreformer das Gesundheitsressort – und trifft auf ein Feld, in dem Krankenhausreform, Kassenlandschaft und Beitragsstabilität ungelöst sind. Für Fachärztinnen und Fachärzte hängt viel davon ab, ob der neue Minister Reformtempo mit Praxisnähe verbindet. Die Erwartungen von Ärzteverbänden sind hoch, die Kritik der Opposition scharf – die ersten Monate im Amt dürften den Kurs entscheidend prägen.
Juristin Frauke Brosius-Gersdorf
Frage der Selbstbestimmung

Leihmutterschaft: Brosius-Gersdorf sieht Verbot als Grundrechtseingriff

Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf hält das deutsche Verbot für verfassungsrechtlich problematisch. Entscheide sich eine Frau autonom und informiert für eine Leihmutterschaft, dürfe der Staat dies nicht untersagen. Die Debatte gewinnt nach dem Fall Spahn und den Empfehlungen der Reproduktionsmedizin-Kommission neue Brisanz.
Jens Spahn, ehemaliger Vorsitzender der Unions-Fraktion im Bundestag, spricht beim CDU-Bundesparteitag
Politik und Reproduktionsmedizin

Leihmutterschaft-Debatte: Unionsfraktionschef Spahn tritt zurück

Leihmutterschaft und politische Doppelmoral: Jens Spahn zieht Konsequenzen und tritt als Unionsfraktionschef zurück. Nach der Geburt seines Kindes durch eine Leihmutter in den USA war der öffentliche Druck auf den früheren Gesundheitsminister massiv gewachsen – auch aus der eigenen Partei. Kanzler Merz hatte den Rücktritt zuvor gefordert.
Multiples Myelom (Biopsie)
Progressionsrisiko halbiert

Mezigdomid verdoppelt PFS beim rezidivierten multiplen Myelom

Beim vorbehandelten multiplen Myelom werden die Optionen schnell knapp. Jetzt liefert die Phase-III-Studie SUCCESSOR-2 starke Argumente für eine neue Tripeltherapie: Mezigdomid plus Carfilzomib-Dexamethason verdoppelte das progressionsfreie Überleben von 8,3 auf 18,0 Monate – und das konsistent über alle Subgruppen hinweg, beispielsweise auch bei Hochrisikozytogenetik. Auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA 2026) in Stockholm wurde diese Tripletherapie daher als möglicher neuer Therapiestandard avisiert.
Schreibtisch mit Laptop, der den Schriftzug Kolumne trägt
Christines Kolumne

Oh Krankenschein, mein Krankenschein, wo bist du nur geblieben?

Es klingt ja schon fast zu blöd, um wahr zu sein. Oder, um es mit Vince Ebert zu sagen (dieser Physiker-Komiker, Sie wissen schon) Wot se fack, Deutschland. Krankschreibung ab Tag eins - Blacky Merz ist da gnadenlos - und nicht nur die AU muss ab Tag 1 vorliegen, sondern die telefonische Krankschreibung soll auch gleich weg.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und Kalender mit Vermerk „krank"
Krankenkassen-Analyse 2025

Krankschreibungen: Lange Ausfälle treiben GKV-Kosten

Die Debatte um nie Neuregelung der Krankschreibung geht weiter. Jetzt meldet sich mit der BKK eine Krankenkasse zu Wort: Nicht kurze Infekte, sondern langwierige psychische und muskuloskelettale Erkrankungen sind die eigentlichen Kostentreiber. Das Krankengeld ist mit 21,6 Milliarden Euro zu einer der größten Ausgabenpositionen geworden – mit deutlich steigender Tendenz.
Stethoskop auf Euro-Scheinen
Sparzwang gefährdet Menschenleben

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz darf nicht zum Versorgungskiller werden

Durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) drohende Versorgungslücken für über 9 Millionen Menschen mit Diabetes. In DDG zertifizierten Kliniken könnten laut aktuellen Daten jährlich rund 1.140 Leben gerettet werden – doch pauschale Sparvorgaben gefährden spezialisierte Strukturen in Praxen und Krankenhäusern.
Mehrere kleine rote Fähnchen auf dünnen Stäben sind auf einer weißen Fläche verteilt und stehen in unterschiedliche Richtungen.
Frühe Fenster für Prävention

PMOS und Gestationsdiabetes: Präventionspotenzial bleibt ungenutzt

Bis zu 15% der Frauen im fertilen Alter sind vom polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS) betroffen, bis zu 70% davon undiagnostiziert. Rund 7% der Schwangeren entwickeln einen Gestationsdiabetes – mit 7- bis 10-fach erhöhtem späterem Typ-2-Diabetes-Risiko und verdoppeltem kardiovaskulärem Risiko. Beide Konstellationen sind klar erkennbare Frühwarnsignale, deren strukturierte Nachsorge in Deutschland jedoch bislang fehlt – und das hat weitreichende Folgen für die langfristige kardiometabolische Gesundheit von Frauen.