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Studien

Damit Sie relevante wissenschaftliche Veröffentlichungen schnell in den Praxisalltag integrieren, bündelt diese Übersicht klinisch bedeutsame Studien, Metaanalysen und Versorgungsdaten. Unsere Fachredaktion sichtet die aktuelle Datenlage kontinuierlich und ordnet neue Erkenntnisse zu Diagnostik, Therapie und Prävention zielgerichtet für den medizinischen Alltag ein.

Neuste Artikel

Support healthy liver.
Nur jeder 40. entwickelt auffällige Leberwerte

Lebersteifigkeit im Verlauf: Wann ist ein Screening tatsächlich sinnvoll?

Die Messung der Lebersteifigkeit per vibrationskontrollierter transienter Elastografie gilt als vielversprechendes Instrument zur Früherkennung einer Leberfibrose. Doch lohnt sich ein wiederholtes Screening in der Allgemeinbevölkerung? Eine europäische Kohortenstudie mit über 4.500 Teilnehmenden aus Spanien, Dänemark und den Niederlanden liefert nun belastbare Langzeitdaten – und legt nahe, dass ein flächendeckendes Screening ineffizient wäre. Für bestimmte Risikogruppen zeichnet sich hingegen ein klarer Nutzen ab.
Nahaufnahme der Hände einer Frau mit rheumatoider Arthritis, die im Schoß ruhen
Fehlgeleitetes Immungedächtnis wird zurückgesetzt

CAR-T-Zell-Therapie lässt schwere rheumatoide Arthritis abklingen

CD19-CAR-T-Zellen greifen bei therapierefraktärer rheumatoider Arthritis auch in Gelenken, Knochenmark und Lymphknoten an: In der COMPARE-Phase-I-Studie der Charité sank bei allen 6 Behandelten die Krankheitsaktivität deutlich, 3 erreichten eine medikamentenfreie Remission. Das fehlgeleitete B-Zell-Gedächtnis ließ sich offenbar gezielt zurücksetzen.
Ein älterer Mann sictz vor einem Puzzle - ein Kopf in dem noch einige Puzzlestücke fehelen
Hyperglykämie hinterlässt Spuren

Typ-2-Diabetes beschleunigt regionale Hirnatrophie – unabhängig von Alzheimer-Pathologie

Bei kognitiv unauffälligen älteren Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes schreitet die kortikale Ausdünnung in frontalen, parietalen und okzipitalen Regionen deutlich schneller voran als bei Nicht-Diabetikern – und zwar unabhängig von Amyloid, Tau, White-Matter-Hyperintensities und APOE-ε4-Status. Höhere HbA1c-Werte sagen die Atrophie voraus, selbst unterhalb der diabetischen Schwelle. Die regionale Neurodegeneration erklärt zudem einen relevanten Teil des beschleunigten Verlusts an Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Schwangere Frau im Krankenhaus an CTG angeschlossen
Entwarnung für die PDA

Periduralanalgesie unter der Geburt ohne erhöhte Risiken für das Neugeborene

Die Periduralanalgesie ist die effektivste Methode zur Schmerzlinderung unter der Geburt – doch viele Frauen fürchten Nachteile für ihr Kind. Eine landesweite schottische Kohortenstudie mit knapp einer halben Million Geburten hat jetzt zentrale Sicherheitsfragen beantwortet: weder schwere neonatale Morbidität noch neonatale Mortalität oder Zerebralparese im Kindesalter treten unter PDA häufiger auf. Auch Frühgeborene und Hochrisikoschwangerschaften profitieren von der Analgesie ohne zusätzliche Risiken.
Drei Frauen unterschiedlichen Alters im Profil nebeneinander
Genetische Risikoanalyse

Familiärer Brustkrebs: Jeder fünfte Verwandte trägt Risikogen

Fast 20% der gesunden Verwandten von Brust- und Eierstockkrebspatientinnen tragen pathogene Genvarianten – bei Männern sogar mehr als ein Drittel. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Tumorsuppressorgene BRCA1 und BRCA2 – doch auch Varianten in weiteren Genen können das Krebsrisiko in betroffenen Familien erheblich erhöhen.
Helicobacter pylori
Resistenzen zwingen zum Umdenken

Eradikation von H. pylori: Warum Standardtherapien global ins Straucheln geraten

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung trägt Helicobacter pylori in sich – doch die Eradikation wird zunehmend schwieriger. Steigende Resistenzraten gegen Clarithromycin, Metronidazol und Levofloxacin lassen Standardtripeltherapien in vielen Regionen ins Leere laufen. Ein aktueller Übersichtsartikel beleuchtet regionale Resistenzmuster, ordnet aktuelle Leitlinienempfehlungen ein und stellt neue therapeutische Ansätze vor – von vonoprazanbasierten Regimen über gastroretentive Wirkstoffträger bis hin zu nicht antibiotischen Strategien.
Reanimation Herzdruckmassage
Reanimationshilfe per KI

KI leitet Laienreanimation leitliniengerechter an als menschliche Disponenten

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses zählt jede Sekunde – doch Laien zögern oder handeln unsicher, selbst wenn sie am Telefon von Rettungsleitstellen angeleitet werden. Ein neuartiger, speziell trainierter KI-Agent namens ChatCPR erreichte in einer aktuellen Analyse eine nahezu vollständige Übereinstimmung mit den geltenden Reanimationsleitlinien und übertraf damit menschliche Disponenten in realen Notrufaufzeichnungen deutlich. Ob generische Sprachmodelle wie ChatGPT oder Claude ähnlich zuverlässig anleiten können, prüften die Forschenden im direkten Vergleich.
Lupe fokussiert auf rote Spielfigur inmitten weißer Figuren
Diagnostische Lücke schließt sich

Kombiniertes Zervix-Screening deckt deutlich mehr Adenokarzinom-Vorstufen auf

Seit 2020 setzt Deutschland bei Frauen ab 35 Jahren auf die Kombination aus HPV-Test und Zytologie - mit Erfolg, wie die Ergebnisse einer bundesweiten Auswertung deutscher Krebsregisterdaten nun nahelegen: Die Zahl diagnostizierter Adenocarcinomata in situ ist seither deutlich gestiegen – mit einem jährlichen Zuwachs von 27,5% in der Zielgruppe. Gleichzeitig deuten die Daten auf einen Rückgang invasiver Adenokarzinome hin, einer Tumorform, bei der die konventionelle Zytologie an ihre Grenzen stieß.
Blutgerinnsel Thrombus im Gefäß
Psychiatrische Zwangsmaßnahme als unterschätzter VTE-Trigger

Venöse Thromboembolie nach psychiatrischer Fixierung: 4-fach erhöhte Inzidenz in den ersten 14 Tagen

Immobilisation ist für Angiologen ein vertrauter Risikofaktor – doch eine besondere Form gerät bislang selten in den Fokus: die mechanische Fixierung in psychiatrischen Kliniken. Eine dänische Registeranalyse mit über 24.000 Betroffenen quantifiziert erstmals robust den thromboembolischen Preis dieser Zwangsmaßnahme. Innerhalb von 30 Tagen verdoppelt sich das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) gegenüber chemischer Sedierung, im Selbstkontrollansatz steigt die Inzidenz sogar auf das 4-Fache. Für die konsiliarische Betreuung dieser vulnerablen Patientengruppe ergeben sich klare Implikationen.
Übergewichtige Frau mit Kniebeschwerden
BMI als Wirkbremse

Adipositas mindert Wirkung von JAK-Inhibitoren bei rheumatoider Arthritis

Adipositas gilt als anerkannter Faktor für ein vermindertes Ansprechen auf TNF-Inhibitoren – bei Tocilizumab und Rituximab ist der Effekt weniger deutlich, bei Abatacept fehlt er ganz. Nun zeigt sich: Auch die Wirkung von Januskinase-Inhibitoren bei rheumatoider Arthritis lässt mit steigendem Body-Mass-Index nach. Bei schwerer Adipositas sprachen 18 von 100 Patienten weniger auf die Therapie an als Normalgewichtige – ein Effekt, der in den Placeboarmen nicht auftrat und für eine echte Wirkabschwächung spricht.
Pärchen hält Händchen beim Arzt
Kleines Risiko, große Unsicherheit

Assistierte Reproduktion und hormonabhängige Krebserkrankungen: Signal oder Störgröße?

Erhöhen ART, intrauterine Insemination oder Clomifencitrat das Risiko für hormonabhängige Tumoren? Eine australische Kohortenstudie mit rund 1,75 Millionen Frauen liefert differenzierte Antworten: Zwar zeigen sich für Mamma-, Ovarial-, Uterus- und Schilddrüsenkarzinome erhöhte Hazard Ratios nach reproduktionsmedizinischer Behandlung – die Absolutzahlen bleiben jedoch klein. Vieles spricht dafür, dass Detektionsbias und nicht erfasste Confounder wie Endometriose oder PCOS die beobachteten Assoziationen zumindest teilweise erklären.
Anatomische 3D-Illustration menschlicher Nieren vor blauem Hintergrund
Nierenzellkarzinom nach Checkpointblockade

Belzutifan plus Lenvatinib schlägt Cabozantinib beim vorbehandelten Nierenzellkarzinom

Nach Versagen einer Immuncheckpoint-Blockade fehlt beim fortgeschrittenen klarzelligen Nierenzellkarzinom bislang ein klar definierter Therapiestandard. Die Phase-III-Studie LITESPARK-011 liefert nun einen vielversprechenden Kandidaten: Die Kombination aus dem HIF-2α-Inhibitor Belzutifan und dem Multikinaseinhibitor Lenvatinib verlängerte das progressionsfreie Überleben gegenüber Cabozantinib um rund 4 Monate.

Medizinische Studien: FAQ – Häufige Fragen

Die Auswahl konzentriert sich auf Arbeiten mit hoher Relevanz für die evidenzbasierte Medizin. Dazu gehören primär randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), systematische Reviews, Metaanalysen sowie große Kohorten- und Registerstudien. Ergänzt wird die Berichterstattung durch aktuelle Daten aus der Versorgungs- und Gesundheitsforschung, um auch langfristige Trends im Real-World-Kontext abzubilden.