Hitzewellen werden häufiger – und viele Dauermedikamente erhöhen bei hohen Temperaturen das Risiko für Dehydratation, Elektrolytstörungen oder Nierenversagen. Die neue CALOR-Liste aus dem Projekt ADAPT-HEAT bündelt evidenzbasierte und konsentierte Hinweise zu 27 hitzerelevanten Wirkstoffklassen. Sie unterstützt Praxisteams dabei, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren, Beratung zu strukturieren und Monitoring gezielt anzupassen – ohne die Grundtherapie zu gefährden.
CALOR-Liste: Praxishilfe für hitzesensible Medikationsanpassung
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Eine hitzesensible Anpassung der Medikation wird auch hierzulande zur Pflichtdisziplin: Denn mit zunehmenden Hitzewellen steigt das Risiko für Patientinnen und Patienten unter Dauermedikation: Zahlreiche Wirkstoffe können Thermoregulation, Nierenfunktion oder den Elektrolythaushalt beeinflussen und hitzebedingte Gesundheitsschäden begünstigen. Eine strukturierte, konsentierte Handreichung für den Praxisalltag fehlte im deutschsprachigen Raum bislang. Diese Lücke schließt die CALOR-Liste (lat. calor = Hitze), die im Rahmen des vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderten Projekts ADAPT-HEAT unter Federführung des Instituts für Allgemeinmedizin der Uniklinik Köln entwickelt wurde.
Systematisch entwickelt: ein Konsens von 30 Experten
Methodisch stützt sich die CALOR-Liste auf 3 Säulen:
- eine strukturierte wissenschaftliche Übersichtsarbeit inklusive internationaler Best-Practice-Analyse,
- die Verknüpfung von GKV-Routinedaten mit Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes sowie
- ein mehrstufiges Delphi-Verfahren mit über 30 Expertinnen und Experten aus Medizin, Pharmazie und Pflege
Konsentiert wurden dabei 27 Wirkstoffklassen und 71 Anpassungsstrategien. Anschließend wurde die Liste in Praxen, Apotheken, Krankenhäusern und Pflegeheimen auf Praxistauglichkeit getestet.
Diese Wirkstoffklassen stehen besonders im Fokus
Zu den in der CALOR-Liste priorisierten Substanzgruppen zählen unter anderem
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